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Luftverkehr : Modellfliegern droht Drohnen-Ärger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Luftverkehrsordnung bringen 150000 „Hobby-Piloten“ in Bedrängnis

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Deutschlands Modellflieger sind auf den Barrikaden. Massive Beschränkungen durch eine geplante Novellierung der Luftverkehrsordnung, die eigentlich nur auf den Wildwuchs der Drohnenflieger am Himmel abzielt, stellen sie vor das „Aus“. Sie verdächtigen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), sie in eine Art Sippenhaft nehmen zu wollen. „Werden beispielsweise die Minister-Pläne einer allgemeinen Flughöhenbegrenzung von 100 Metern tatsächlich Realität, droht dem Hobby von Hunderttausenden Deutschen das Aus“, mahnt die im April gegründete Initiative „Pro Modellflug“.

Hintergrund der Sorgen sind Pläne für neue Reglementierungen. Denn seit unbemannte Fluggeräte preiswert und populär wurden, herrscht eine Art Wildwest-Stimmung am Himmel. Auflagen gibt es genug – bekannt sind sie aber den wenigsten Drohnenbesitzern. Dobrindt betonte: „Drohnen sollen künftig gekennzeichnet werden, um den Eigentümer identifizieren zu können.“ Zudem sollen Drohnen-Flüge in Wohngebieten, über Bundesfernstraßen, Eisenbahnlinien, Unglücksorten, Einsatzgebieten der Polizei oder Industrieanlagen verboten werden. Für den Betrieb gewerblicher Drohnen werden zukünftig luftrechtliche Kenntnisse vorgeschrieben.

Die Berliner Gedankenspiele stoßen beim Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) auf Skepsis. „Unsere Forderung zielt darauf ab, den Modellflug nicht weiter zu beschränken“, sagt der DMFV-Präsident Hans Schwägerl. Er sieht die bundesweit 87 000 Hobbypiloten seines Verbands sowie die geschätzt 60 000 weiteren deutschen Modellflieger zu Unrecht ausgebremst durch die Pläne aus Berlin. „Wir sehen durch die angedachte Höhenbeschränkung auf 100 Meter keinen Sicherheitsgewinn. Die bestehenden Regularien sind ausreichend, wenn Verstöße durch Drohnen auch konsequent geahndet werden.“ Eine Abgrenzung zwischen Modellflugzeug und Multikopter, wie Drohnen korrekt heißen, will Schwägerl nicht. „Immerhin wurden die ja von pfiffigen Modellfliegern entwickelt.“

Die Drohnen haben sich längst zu einem Massenphänomen entwickelt, das auch kommerzielle Begehrlichkeiten weckt. Zuletzt machte der Logistikkonzern DHL Schlagzeilen mit einem Testbetrieb von Transportdrohnen. Eine Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers bescheinigt der kommerziellen Nutzung von Drohnen bis 2020 ein weltweites Marktvolumen von mehr als 127 Milliarden Dollar.

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