Kuriose Aprilscherze : Mit Einhorn aufs Glatteis

Verbotene Späße, Kuschelkatzen, Nasenforscher und Bayern-Burka – eine Auswahl der kuriosesten Aprilscherze

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02. April 2017, 20:00 Uhr

Wer einen April-Scherz macht, der muss künftig ordentlich zahlen. Geldstrafen in Höhe von mehreren Hundert Euro werden dann fällig, das entsprechende Gesetz nach § 263 StGB wurde bereits modifiziert. Das schrieb der NDR. Hintergrund war der vermeintliche Fall eines 42 Jahre alten Stralsunders, Robert K., der 2010 in Folge eines Aprilscherzes seinen Job kündigte und damit vor dem finanziellen Ruin stand. Man hatte ihm erzählt, er hätte eine große Erbschaft erhalten. 

Natürlich alles nur ein Spaß, der Aprilscherz im Aprilscherz. Jedes Jahr führen sich die Menschen pünktlich zum Beginn des Monats April aufs Glatteis. Auch unsere Redaktion hat sich einen Scherz erlaubt: Neuerdings bietet BMW den Ministern in Mecklenburg-Vorpommern an, gleich zwei der edlen 7er-Modelle zu leasen.

Oder einer aus dem Süden. Die Partei „Die Franken“ will die „Bayern-Burka“ verbieten, also das Dirndl. Und die Russen. Das Außenministerium hat eine Hotline eingerichtet, die direkt zum Hacker führt.  In Bussen fahren Katzen zum Kuscheln mit. Dieter Bohlen komponiert einen Luthersong. Die Uni  Freiburg hat eine neue Juniorprofessur, die der Rhinologie. Desiree Dufft beschäftigt sich fortan mit kranken Nasen.  Der G-20-Gipfel findet übrigens nicht wie geplant in Hamburg statt, sondern auf Sylt. Und Aida hat ein ganz besonderes Angebot – sogar mit Einhorn.

Alles nur harmloser Spaß. Die Meldung „BER vorzeitig eröffnet“ hat wohl niemand geglaubt. Aber es kann auch ernst werden: Am 1. April 1993 schrieb unsere Zeitung, dass sozialistische Ehen nicht mehr gültig wären. Was kam? Mehr als 300 Anrufe, Faxe und Leserbriefe. Einige Männer mussten ihre Frauen doch tatsächlich beruhigen...

Hamburger Airport mit „Rent-a-Abholer“

Mit einem Service für alleinreisende Ankömmlinge überrascht der Hamburger Flughafen zum 1. April. Wer kennt es nicht? Man kommt am Flughafen an, ringsherum werden die Mitreisenden begeistert begrüßt, nur man selbst eilt alleine raus. Da könnte der Service „Rent-a-Abholer“ helfen. Auf einem Video stellt der Betriebsleiter des Airport Offices die Möglichkeiten vor. So ließen sich mehrere Pakete buchen, um begeistert  begrüßt zu werden: vom Standardpaket durch eine Person über die glückliche Vorzeigefamilie bis zum Geburtstagspaket samt Mariachi-Band.


Facebook/dpa
 

Christo verhüllt die Elbphilharmonie

Die Hamburger Elbphilharmonie verkündete auf ihrer Facebookseite zum 1. April wahrhafte „BIG NEWS“. Der weltbekannte Künstler Christo wolle das neue Wahrzeichen Hamburgs in der Sommerpause verhüllen. Auf einem „ersten Entwurf“ ist die komplett verhüllte Elbphilharmonie im Morgenlicht zu sehen. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank kommentierte: „Da soll noch mal jemand sagen, bei uns sei nichts los ;-)“


Youtube
 

Drohnen liefern Lotto-Scheine aus

 In Bayern liefern ab sofort Drohnen Lotto-Scheine aus, kündigte Lotto Bayern zum 1. April an. „Wir freuen uns, unsere Kunden ab sofort auch aus der Luft beglücken zu können“, sagte Präsidentin Friederike Sturm. Zunächst seien 3700 der „fleißigen Lottchen“ im Einsatz, hieß es. Die Donauniederungen seien damit ebenso gut zu erreichen wie die Hügel- und Gebirgslandschaft. Ein Video zum „Lottchen“ wurde auch präsentiert: http://dpaq.de/o68yG.


dpa
 

Das allerkleinste Miniatur Wunderland

Für das Miniatur Wunderland in Hamburg brechen neue Zeiten an: Aus Platzgründen soll bald Schluss sein mit dem Maßstab von 1:87. Neuer Maßstab werde 1:541, verkündete Gründer Gerrit Braun per Video. Da könne man fast die ganze Welt in einem Raum unterbringen. Erste winzige Berge oder Züge wurden gezeigt, für Besucher gibt es Lupen. Damit die Autos fahren, werde erwogen Ameisen als Zugtiere einzusetzen – ein nicht unumstrittener Vorschlag, wie erste Proteste der Tierfreunde zeigten.


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Whopper-Zahnpasta

Der Burgerbrater Burger King verkündete, eine „Whopper-Zahnpasta“ auf den Markt zu bringen – damit man den Geschmack von Burgern schon am Morgen im Mund habe. In einem extra produzierten Videoclip umspülen animierte Mini-Burger – in Anlehnung an echte Zahnpastawerbung – die blitzblanken Beißerchen.


„Russische Hacker? Drücken Sie 2!“

 Das russische Außenministerium nahm selbstironisch Vorwürfe auf die Schippe, Moskau mische sich in die Wahlen fremder Länder ein. Auf Facebook veröffentlichte das Ministerium eine angebliche neue Ansage für die Anrufbeantworter aller Botschaften weltweit. „Wollen Sie, dass ein russischer Diplomat Ihren politischen Konkurrenten anruft, drücken Sie 1!“, hieß es darin. „Brauchen Sie die Dienste russischer Hacker, drücken Sie 2! Zu Fragen der Einmischung in Wahlen, drücken Sie 3 und warten Sie auf den Beginn des Wahlkampfs.“ Auch der Hinweis fehlte nicht, dass das Gespräch „zur Sicherung der Servicequalität“ mitgeschnitten werde.


Babykatzen als Reisebegleiter

Die Begeisterung vieler Fahrgäste wäre sicher groß – Katzenallergiker allerdings bekämen ein Problem: Das Fernbusunternehmen DeinBus.de kündigte zum 1. April an, künftig in sämtlichen Bussen Babykatzen zum Kuscheln mitfahren zu lassen. Damit solle die Reisezeit angenehmer gestaltet werden, hieß es. Verhaltensforscher Dr. Garfield von der Universität Katerslautern habe nachgewiesen, dass die Reisezeit beim Streicheln einer Katze bis zu 50 Prozent kürzer wahrgenommen werde. Auch ans Katzenwohl sei gedacht – mit Kratzbäumen und Katzentoiletten in den Bussen.  Ein Video zum neuen Service gab es auch:


Ist das für Jungs oder für Mädchen?

Die zunehmende Aufteilung von Spielzeug und Lebensmitteln in für Mädchen oder Jungs geeignete Produkte erzürnt viele – das Kinderhilfswerk bringt es mit seinem Aprilscherz auf den Punkt. Ein Gender-Scanner für Kinderprodukte sei entwickelt. Mit der Smartphone-App lasse sich ganz einfach erkennen, für wen ein Produkt besser  geeignet ist.   „Zum Glück gibt es ja in einigen Bereichen klare Kennzeichnungen: Gurkengläser mit rosa Etikett (...) oder Mineralwasser für Jungen.“


 

Und es gibt ihn doch, den Froschkönig

Eine Sensation ist dieser bei Kiel „gefundene“ Winzling: Das Haupt des neu entdeckten Frosches ziere eine kronenähnliche Wölbung, berichtete die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zum 1. April. Der „Froschkönig“ genannte Neuling sei ein enger Verwandter des Laubfroschs, erklärten die Experten und verwiesen darauf, dass ein Großteil der heimischen Frösche, Kröten und Unken auf der Roten Liste bedrohter Arten stehe.


dpa
 

Bohlen trifft Luther

Wenn Martin Luther das gewusst hätte: Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums haben zahlreiche April-Scherze Bezug auf den Reformator genommen. So behauptete die Evangelische Kirche im Rheinland, im Keller des Düsseldorfer Landeskirchenamtes sei jener Hammer entdeckt worden, mit dem Luther am 31. Oktober 1517 in Wittenberg seine 95 Thesen angenagelt hat. Der Archivdirektor  erklärt per Video, dass Hausmeister den Thesen-Hammer bei der Suche nach Werkzeug gefunden hätten.

 Auch wurde Luther am 1. April zum Erfinder des deutschen Reinheitsgebotes für Bier erklärt. In einer jetzt aufgetauchten  Luther-Schrift finde sich auch der Satz: „Hopfen und Malz, Gott erhalt's.“ In Hessen ließen Kirchenscherzbolde einen  vermeintlichen Wissenschaftler  erklären, Luther sei beim Übersetzen der Bibel betrunken gewesen: Bei einer Papieranalyse seien „Bierpartikel“ am Manuskript gefunden worden.

Zudem sollte Chemnitz, das in der DDR Karl-Marx-Stadt hieß, angeblich in Martin-Luther-Stadt umbenannt werden. Die  Zeitung „Unsere Kirche“ meldete, dass Pop-Titan Dieter Bohlen an einer Reformationshymne arbeite. Der Song „BruMaLu“ stehe als Kurzform für „Bruder Martin Luther“ und solle zum Kirchentag  vorgestellt werden.

Damit aber nicht genug der Ehre: Im fernen Neuseeland kam ein April-Scherz in Umlauf, dem zufolge Papst Franziskus den Reformator am 31. Oktober heilig sprechen wird.

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