Germanwings-Absturz : Mit Absicht gegen den Berg

Der Airbus der Lufthansa-Tochter war vor vier Wochen auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt.
1 von 2
Der Airbus der Lufthansa-Tochter war vor vier Wochen auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt.

Auswertung der Flugschreiberdaten erhärten Verdacht gegen Germanwings-Copiloten. Testflug auf Horror-Route soll offene Fragen klären.

svz.de von
22. April 2015, 19:50 Uhr

Die detaillierte Auswertung der beiden Flugschreiber der Germanwings-Maschine erhärtet den Verdacht, dass der Copilot den Airbus mit voller Absicht gegen einen Berg gesteuert hat. Es sei nun abschließend klar, dass der Copilot mehrfach bewusst eingegriffen habe, um die Maschine mit 150 Menschen an Bord zum Absturz zu bringen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern nach einer Sitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses.

Der 27-Jährige habe sowohl die Höhe als auch die Geschwindigkeit nachgesteuert und zudem aktiv das Steuer betätigt. Damit sei durch die Aufzeichnungen von Stimmenrekorder und Flugdatenschreiber die Handlungsfähigkeit des Mannes „voll nachgewiesen“, sagte Dobrindt. Gut vier Wochen nach der Katastrophe informierte er die Ausschussmitglieder in Berlin gemeinsam mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr über den Stand der Ermittlungen.

Der Copilot, der seinen Kollegen wohl aus dem Cockpit aussperrte, hatte den Ermittlern zufolge 2009 eine schwere Depression und war damals suizidgefährdet, am Absturztag war er krankgeschrieben.

Dobrindt kündigte für Mai einen Testflug auf der Route von Unglücksflug 4U9525 an, um letzte noch offene Fragen zu klären. Das soll etwa aufgezeichnete Geräusche besser einordnen helfen, zu denen sich nichts auf dem Datenrekorder wiederfindet.

Alle Informationen zum Absturz der Germanwings-Maschine finden Sie in unserem Dossier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen