Der Bachelor 2019 : Memory mit Frauen: Der neue Bachelor und seine 20 Ladys

Andrej vor der Fotowand: Der Bachelor muss die ersten seiner 20 Kandidatinnen aussieben. Foto: MG RTL D
Andrej vor der Fotowand: Der Bachelor muss die ersten seiner 20 Kandidatinnen aussieben. Foto: MG RTL D

Andrej ist der „Bachelor 2019“. Wie hat er sich beim Staffelauftakt geschlagen? Das war die erste Nacht der Rosen.

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03. Januar 2019, 01:05 Uhr

Berlin | Was schenkt man einem Mann, den man nicht kennt? Der Auftakt zum „Bachelor 2019“ zeigte ein paar bizarre Ideen.

Lara kaut Konkurrenz-Gummis

„Jetzt fühle ich mich ein bisschen doof“, sagt Lara nach ihrem allerersten Auftritt vor dem Bachelor. Zu Recht, kann man da nur sagen. Erst hat sie ihn genötigt, eine Packung Magic Gum mit ihr zu kauen – damit es gleich am Anfang knistert. (Ein Konkurrenzprodukt: Die Arme ahnt ja nicht, dass Andrej Mangold selbst Kaugummis produziert.) Danach muss er ihr einen Beat klatschen, zu dem die Flugbegleiterin ihm dann was vortanzt. Hauptsache auffallen – egal, wie quälend es für das Gegenüber ist. Mit dieser Wettkampfstrategie sieht man selbstverständlich doof aus. Das ist ja der Sinn.

Playboy und Kampfsport

Aus dem Rahmen fällt Lara andererseits auch wieder nicht. Nicht mit ihrem Beruf: Jede fünfte Kandidatin ist diesmal Flugbegleiterin; wahrscheinlich ein RTL-Trick, um den Reise-Etat zu schonen. Und auch das peinliche Geschenk ist Standard. Tatsächlich kriegt dann auch jede Frau, die dem Bachelor was eingepackt hat, eine Rose. Isabell zum Beispiel, und das, obwohl sie Andrej statt des „Playboy“-Hefts vom Juni 2015 (mit ihr selbst drin!) nur eine Boxhandschuh-Miniatur überreicht – sich damit aber immerhin als Kampfsportlerin hervorhebt.

Mariya hat dem Bachelor Sonnenblumenkern-Schokolade gemacht und präsentiert sie mit einem erschreckend unerotischen Satz: „Hier hab ich dir gesunde Pralinen mitgebracht.“ (Wer ist scharf auf gesunde Süßigkeiten?) Eigentlich, erfahren wir später, wollte sie den Clou noch mit einem raffinierten Flirt-Satz krönen, den sie dann aber vergessen hat: „Liebe geht durch den Magen.“ Brillant! Durch ihren eigenen Magen ist übrigens seit zwei Wochen nur Wasser gegangen: Mariya hat extra noch einmal gefastet – als Vorbereitung auf eine von Batida de Coco gesponserte Show. Ob sie es bis ins Finale schafft, hängt also nicht nur von den Rosen ab.

Wann schlägt er zu? Christinas Notfall-Peitsche

Das schrecklichste Geschenk stammt von Christina. Die Pharmareferentin hat sich kaum aus der Limousine gefaltet, da singt sie schon – und münzt Leon Machères Hit „Copacabana“ auf den „Bachelor“-Drehort um: „Spüre die Sonne, das Meer von Mexiko City! Komm, lass uns weg von hier, pack deine Koffer. Ich sag' dir, wohin.“ Die Hauptstadt von Mexiko liegt eigentlich im Binnenland, 2300 Meter über dem Meeresspiegel. „Weg von hier!“ passt dafür umso besser. Denn Christina widmet dem Bachelor nach dem Song auch eine „Notfall-Peitsche“ mit bizarren Applikationen: Zum Sammelsurium gehören Ohrenstöpsel, falls Andrej „das Schnattern von uns Mädels zu viel wird“, sowie ein Bilderrahmen für seine schönste Erinnerung. Und die Gerte? Christina erklärt sie mit dem Augenzwinkern der wahren Fifty-Shades-Leserin: „Was du mit der Peitsche machst, ist dir überlassen.“ Was immer man sich nun ausmalt – Andrej Mangolds macht etwas völlig anderes und überreicht Christina noch vor der Villa die erste Rose des Abends.

Dankbarkeit für jede Gedächtnisstütze

Dass der Bachelor all diese Kandidatinnen in die nächste Runde mitnimmt, hat vermutlich was mit Dankbarkeit zu tun. Die plumpen Gesten helfen ihm – und auch uns, den Zuschauern –beim größten Problem des Staffelauftakts: Wie um Gottes Willen merkt man sich die Namen von 20 belanglosen Frauen? Andrej scheint diese Frage wichtiger zu sein als jedem Bachelor zuvor. Er gibt jedenfalls konsequent jeder Kandidatin eine Rose, die man sich irgendwie einprägen kann – und sei es nur, weil sie ihm wie Steffi ihren Sekt auf die Hose kippt. Man kann dem Bachelor beim Bimsen regelrecht zusehen: beim mühsamen Ordnen der geistigen Warteschleife, in der Anmeldungen zu nichtssagenden Zweiergesprächen notiert. Beim Anlegen einer Mind Map, für die er jede Kandidatin nach dem Herkunftsland fragt. Auch Farben sind für Andrej ein wichtiger Anhaltspunkt, wenn auch ein trügerischer: In der ersten Nacht der Rosen verwechselt er dann prompt die beiden Frauen in Blau.

Nach Hause schickt der Bachelor am Ende genau die drei Frauen, zu denen auch der Regie beim besten Willen nichts eingefallen ist: Karin, Julia und Jasmin. Danach ist seine Erleichterung mit Händen zu greifen. Sie währt nur kurz: Ein Ausblick auf die schönsten Staffelbilder zeigte den Bachelor schon zu Beginn mit verheulten Augen. Der Schluss der Episode macht dann deutlich, warum: Nächste Woche bringt RTL wohl eine Nachrück-Kandidatin ins Spiel. Es hört nie auf.

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