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Erdbebenserie : Mehrere schwere Erdbeben erschüttern Mittelitalien

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Es liegt Schnee und es ist eiskalt. Nun bebt der Boden wieder. Die Menschen sind am Rande ihrer Nervenkraft.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2017 | 12:14 Uhr

Rom | Fünf Monate nach dem Beginn der schweren Erdbebenserie in Mittelitalien haben erneut mehrere heftige Erdstöße die Region erschüttert. Drei Beben einer Stärke von mehr als 5 versetzten die Menschen am Mittwochvormittag wieder in Angst und Schrecken. Der erste Erdstoß habe eine Stärke von 5,3 gehabt, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Danach folgte ein noch stärkeres Beben, das ebenfalls bis nach Rom zu spüren war. Es habe die Stärke von 5,5 gehabt, so das Geoforschungsinstitut GFZ in Potsdam. Ein dritter Erdstoß hatte wieder eine Stärke über 5. Das Zentrum lag auch in jener der Region um den Ort Amatrice. Unklar war zunächst das Ausmaß der Schäden.

Italien wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. Grund für die Beben sind riesige Spannungen, die sich im Untergrund aufbauen. Denn der „Adriatische Sporn“ - ein Anhängsel der afrikanischen Erdplatte - reibt sich hier an der eurasische Platte. Auch deshalb haben sich Italiens Mittelgebirge aufgefaltet. Die enormen Energien können sich entladen.

Das Zentrum lag laut Erdbebenwarte in rund zehn Kilometern Tiefe zwischen der Abruzzen-Stadt L'Aquila und der Stadt Rieti in der Region Latium und damit nahe der Stadt Amatrice. Die Gegend war vergangenen Sommer von einer schweren Erdbebenserie heimgesucht worden, bei der im August 299 Menschen starben. Ganze Orte waren zerstört worden.

Derzeit machen auch Schnee und Eiseskälte den Menschen in der Gegend zu schaffen. Nach ersten Angaben gab es jetzt wieder kleinere Schäden in Amatrice.

In Accumoli, das im Sommer ebenfalls in großen Teilen zerstört wurde, sagte der Bürgermeister, es gebe diesmal nach ersten Angaben wohl keine größeren Schäden. In der Stadt Rieti wurden nach dem Beben gegen 10.30 Uhr Schulen evakuiert, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Auch in Rom wackelten Häuser.

Viele Orte in der Erdbebengegend im Apennin sind sowieso schon vollkommen zerstört. Zehntausende Menschen wurden im vergangenen Jahr obdachlos und wohnen seither in Übergangsunterkünften. Seitdem erschüttern regelmäßig schwere Erdstöße die Region.

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