Kinder-Medien-Studie : Mehr Taschengeld für Jungs

Geld – alle brauchen es, jeder will es. Doch wie geht man damit richtig um? Kinder sollen das jetzt lernen. Archiv
Geld – alle brauchen es, jeder will es. Doch wie geht man damit richtig um? Kinder sollen das jetzt lernen. Archiv

Jungs sollten früh lernen, mit Geld umzugehen und bekämen dafür eher mal mehr Taschengeld.

svz.de von
04. September 2017, 21:00 Uhr

626 Euro im Jahr für Anna und Sophie, 654 Euro für Max und Lukas. Dass Jungen mehr Taschengeld als Mädchen erhalten, ist nicht neu. Zuletzt machte Anfang August die Kinder-Medien-Studie 2017 das Rechenexempel: Demnach bekommen Jungen im Vorschulalter der Studie monatlich knapp 20 Euro, bei Mädchen sind es dagegen nur 17 Euro. Bei den Sechs- bis Neunjährigen liegt das Monatsbudget bei knapp 33 Euro für die Jungen und 30 Euro für Mädchen. Und Jungen zwischen zehn bis 13 Jahren können im Monat 55 Euro ausgeben, während Mädchen auf 52 Euro kommen.

Für die Studie „Young Digital Natives – wie digital sind sie wirklich?“ wurden Kinder und Erziehungsberechtigte in rund 2000 Interviews befragt zu Themen rund um Freizeitgestaltung, Medienkonsum und eben Taschengeld. Die Zahlen lassen an einen Gender-Pay-Gap unter Heranwachsenden denken. Doch woran liegt diese Ungleichheit?

Die Hamburger Genderforscherin Stevie Schmiedel bejaht das: „Es scheint immer noch ein Bild da zu sein, dass Jungen später die Verwalter der Familie sind“, sagt die Geschäftsführerin der feministischen Initiative Pinkstinks. Dafür spreche, dass es im Deutschen zwar das Wort „Familienvater“ gebe, nicht aber das Pendant „Familienmutter“. Jungs sollten früh lernen, mit Geld umzugehen und bekämen dafür eher mal mehr Taschengeld. Mädchen dagegen sollten fleißig sein, erläutert Schmiedel.

Alexandra Langmeyer vom Deutschen Jugendinstitut in München dagegen plädiert, das Ergebnis der von sechs Verlagen in Auftrag gegebenen Kinder-Medien-Studie 2017 nicht überzubewerten: „Ich würde abraten, von einem Gender-Pay-Gap zu sprechen“, sagt die Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern“. Zwar gebe es seit vielen Jahren immer mal wieder Studien, die einen Taschengeld-Unterschied zwischen Mädchen und Jungen finden. „Aber manche Studien finden auch keine Unterschiede.“

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