Kriminalität wie in Köln : Massen-Belästigungen von Frauen auch in Hamburg

Auf der Reeperbahn hat es an Silvester Übergriffe auf Frauen gegeben.

Auf der Reeperbahn hat es an Silvester Übergriffe auf Frauen gegeben.

Wie in Köln sind in der Silvesternacht auch auf dem Kiez Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

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05. Januar 2016, 10:22 Uhr

Auf der Reeperbahn in Hamburg sind in der Silvesternacht ähnlich wie vor dem Kölner Hauptbahnhof mehrere Gruppen von Männern auf Frauenjagd gegangen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung am Dienstag. Demnach hätten Gruppen von fünf bis 15 Männern auf dem Kiez regelrecht Jagd auf Frauen gemacht, sie begrapscht und beklaut.

Am Silvesterabend hatten vor dem Kölner Hauptbahnhof rund 1000 Männer vielfache Übergriffe auf Frauen verübt. Aus der Menge hätten sich Gruppen von mehreren Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten, sagte die Polizei und sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Rund 60 Anzeigen lagen bis Montag vor.

Die ersten Vorfälle habe es gegen Mitternacht auf dem Hans-Albers-Platz und auf der Großen Freiheit gegeben, heißt es in dem Bericht. Laut Zeugenaussagen habe es sich bei den Gruppen um meist junge Ausländer aus Nordafrika gehandelt. Zunächst nur mit verbalen Ausdrücken à la „Fikki, Fikki“ oder „Schlampe“ belästigt, hätten die Gruppen die Opfer dann eingekesselt und beklaut. Dabei wurden die Frauen unsittlich an den Brüsten und im Intimbereich berührt. Laut dem Sprecher der Hamburger Polizei, Holger Vehren, seien bislang sechs Anzeigen eingegangen. „Die Opfer sind zwischen 18 und 24 Jahre alt.“ Vermutlich gebe es weitere Opfer. Die Polizei ermittelt wegen sexueller Belästigung, Diebstahls und Raub.

Die Polizei sucht nun Zeugen. In der Tatzeit zwischen 1 und 3 Uhr am Neujahrsmorgen hätten die zahlreichen Feiernden auf der Reeperbahn bestimmt viele Fotos gemacht, zeigte sich Vehren optimistisch.

Als „Straftaten einer völlig neuen Dimension“ hatte Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers die vielfachen Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht bezeichnet. „Es ist ein unerträglicher Zustand, dass mitten in der Stadt solche Straftaten begangen werden“, sagte er am Montag.

Die Kölner Polizei hat nach den Vorfällen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Am Sonntag nahmen Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer fest, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

Die GdP reagierte entsetzt auf die Vorfälle. „Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht“, sagte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Arnold Plickert, am Montag. Die stark alkoholisierten Täter seien „völlig enthemmt und gewaltvoll“ vorgegangen. „Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst“, berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine „tiefe Betroffenheit“.

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