Von Blaugurke bis Indianerbanane : Kuriositäten für den eigenen Garten

Name ist Programm: Der Blaugurkenstrauch bildet kobaltfarbene Früchte.
Name ist Programm: Der Blaugurkenstrauch bildet kobaltfarbene Früchte.

Blaue Früchte zu gelbem Laub: Ungewöhnliche Gehölze für den Herbst.

svz.de von
16. September 2018, 05:00 Uhr

Schon bevor sich im Herbst die Blätter an Bäumen und Sträuchern verfärben, fällt eine ganze Reihe von Gehölzen durch ihre Farbe auf. Nicht nur die weitverbreiteten roten Früchte von Zierapfel, Rosen und Vogelbeeren gehören dazu. Auch eine ganze Reihe weiterer Ziergehölze entwickelt dann Früchte in ungewöhnlicher Form und Farbe. Vier Pflanzen-Ideen für Hobbygärtner:

Liebesperlenstrauch

Man erkennt ihn sofort, wenn man den Liebesperlenstrauch (Callicarpa) einmal sieht: Er hat eine „einmalige und sehr seltene lilarosa Fruchtfarbe“, sagt Robert Markley, Buchautor und Experte des Verbands der Garten-Baumschulen in Haan. Allerdings falle das erst auf, wenn man direkt vor dem Strauch steht.„Also gehört er dorthin, wo er dem Gartenfreund im Herbst nahe sein kann“, rät Markley zur Standortwahl im Garten. Und setzt man mehrere Sträucher nebeneinander, wirken die winzigen Beeren auch noch mal stärker. Der Standort sollte zudem warm sowie sonnig bis halbschattig sein, der Boden wenig Kalk enthalten.

Blaugurkenstrauch

Ein weiteres Gehölz mit blauem Fruchtschmuck ist der Blaugurkenstrauch (Decaisnea fargesii), auch Blauschote genannt. Während der Liebesperlenstrauch gut zwei Meter hoch wird, wächst der Blaugurkenstrauch gut drei Meter in die Höhe. Seine bohnenartigen, dicken Früchte verfärben sich kobaltblau. Das bildet einen schönen Kontrast zum gelben Herbstlaub, findet Markley. Er weist aber auch darauf hin, dass die wenigen langen, kaum verzweigten Äste in der laublosen Winterszeit etwas steif wirken. „Dieses Manko wird aber während der Sommerzeit durch die formschönen Fiederblätter wieder aufgehoben.“ Öffnet man die Früchte, so entdeckt man neben den schwarzen Kernen ein gallertartiges Fruchtfleisch – in Westchina wird es gerne gegessen.

Indianerbanane

Schmackhafte Früchte bildet die Indianerbanane (Asimina triloba). Die auch unter dem Namen Pawpaw bekannte Baumobstart wird bis zu vier Meter hoch. Im Mai bildet sie zunächst rötlich-violette bis bräunliche Blüten in Glöckchen- oder Trichterform. Daraus entstehen dann die keulenförmigen Früchte mit gelbgrüner bis grüner Schale. Sie reifen ab September heran. Allerdings bilden sich die Früchte nur, wenn mehr als eine Pflanze gesetzt wird. Eine Ausnahme ist die Sorte ,Sunflower‘, die teilweise als selbstfruchtbar gilt.

Der Geschmack lässt sich laut Siegler als ein Mix aus Banane, Mango und Melone definieren. „Die Konsistenz ähnelt einer Avocado“, erklärt Hubert Siegler, Referent für Obstbau an der Bayerischen Gartenakademie. Die Indianerbanane benötigt neben einem geschützten Platz einen nährstoffreichen, leicht sauren Boden. Auch zu ihr passt gut gelbe Herbstfärbung anderer Gehölze, findet Siegler.

Blasenstrauch

Als besonders attraktiv gilt im Herbst der Blasenstrauch (Colutea arborescens), der aber giftig ist. Dennoch ist er für Hobbygärtner empfehlenswert: Markley nennt den Blasenstrauch auch den „Schwerarbeiter“ unter den Ziersträuchern. „Der Blasenstrauch ist sehr tolerant gegenüber Trockenheit, Hitze, Bodenversalzung und Kalk“, erläutert der Autor. Dazu ist er pflegeleicht: „Wenn der Blasenstrauch vollsonnig steht, braucht er keine Pflege“, ergänzt Markley. Und das Gehölz kommt ohne einen Schnitt aus.

Als typisches Familienmitglied der Schmetterlingsgewächse trägt der Blasenstrauch gelbe Schmetterlingsblüten in dichten Trauben. Daraus entstehen im Laufe des Sommers blasenartige Hülsenfrüchte, die rotbraun zwischen den allmählich gelb werdenden Blättern leuchten.

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