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Rechtsprechung : Kuriose Gesetze aus aller Welt

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Sex nur im Dunkeln, Badeverbot für Bären, Sonnenschein-Garantie: Weltweit gibt es mehr oder weniger sinnvolle Vorschriften. Ein Auszug

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erstellt am 24.Okt.2016 | 11:45 Uhr

In Deutschland werden im Schnitt pro Jahr 150 neue Gesetze erlassen – mal mehr, mal weniger sinnvolle. Doch die Flut an neuen Vorschriften ist auch im Ausland ungebremst. Italien erlässt etwa 500 neue Gesetze pro Jahr, in den USA werden allein im Bundesstaat Kalifornien jährlich mehr als doppelt so viele geschaffen. Und stets gilt: Andere Länder, andere Sitten. Was in Deutschland als völlig normal gilt, wird in manch anderen Ländern geahndet. Beispielsweise das Küssen in der Öffentlichkeit, Kaugummi kauen oder Briefmarken aufkleben.

Viele der kuriosesten Gesetze sind Relikte aus vergangenen Zeiten. Und ob diese tatsächlich vollzogen werden, ist meist unklar. Einige der wunderlichsten Gesetze weltweit hat Viviane Offenwanger für Sie zusammengetragen:

Kanada

Kanada gilt im Allgemeinen als sehr höfliches Land und kaum jemand traut den Kanadiern so sinnlose Gesetze zu wie den Amerikanern. Doch lesen Sie selbst: In Uxbridge dürfen Einwohner keinen Internetanschluss haben, dessen Verbindung schneller ist als 56k. Das entspricht einem Analog-Modem.

Ein Gesetz legt fest, dass zwei Schiffe auf einem Gewässer nicht zur selben Zeit die selbe Position haben können.

Wer mit dem Flugzeug anreist, sollte wissen: Fluggästen ist es nicht gestattet, während des Fluges die Maschine zu verlassen. Sollte ein Sprung jedoch nötig werden, ist dieser nur mit einem „lebenssichernden Gerät“ erlaubt. Andernfalls – vorausgesetzt, der Sturz wird wider Erwarten überlebt – kann die Polizei die Freude über das Überleben mit einem Knöllchen trüben.

 

Dänemark

In Dänemark muss man in Restaurants nur dann zahlen, wenn man wirklich satt ist. Bevor man nach dem Restaurantbesuch die Autofahrt nach Hause antritt, ist man zudem verpflichtet, nachzusehen, ob kein schlafendes Kind unter dem Wagen liegt. Man weiß ja nie...

Israel

Im gelobten Land haben es Tiere nicht leicht. Den Bären ist es gesetzlich untersagt, die Strände zu betreten und im Meer zu baden. Und Schweinen, die den Acker umwühlen, droht die Todesstrafe. 

Auch auf pornografisches Filmmaterial sollte man in Israel lieber verzichten. Das Anschauen – auch in Hotels – wird mit bis zu drei Jahren im Gefängnis bestraft.

 

USA

Kaum ein Land hat so viele kuriose und sinnlose Gesetze zu bieten wie Amerika. Hier nur einige Auszüge:

Wer seinen Urlaub im Bundesstaat Indiana verbringen möchte, und dort Vögel und Kaninchen anmalen will, sei gewarnt: Das ist verboten! Und zwar, weil  windige Geschäftemacher Küken und  Häschen eingefärbt haben, um sie als Oster-Überraschung zu verkaufen

In Florida dürfen weder Männlein noch Weiblein öffentliche Mülleimer sexuell belästigen – was immer man darunter zu verstehen hat.

Es verstößt in Idaho gegen das Gesetz, wenn ein Mann seiner Angebeteten eine Pralinenschachtel überreicht, die weniger als 50 Pfund wiegt. Richtig so!

In Oregon ist es zudem verboten, dem Partner beim Sex schmutzige Dinge ins Ohr zu flüstern.

Und laut einem alten Gesetz in Tennessee dürfen Frauen nur ein Auto lenken, wenn ein Mann davor herläuft und zur Warnung  eine rote Fahne schwenkt.

 

China

Wer im Land der Mitte die Universität besuchen will, muss laut Gesetz intelligent sein. Fragt sich, ob man es auch ohne  so weit schaffen würde. Aber so eine gesetzliche Intelligenzbescheinigung ist ja auch mal ganz nett. Apropos Bildung: Geschwätzige Schüler sind besonders in Hongkong unerwünscht. Ihnen darf der Mund mit Pflastern zugeklebt werden.

Auch in Seenot sollte man in China besser nicht geraten. Denn Ertrinkende dürfen nicht gerettet werden, weil dies ein Eingriff in ihr Schicksal wäre. Also immer an die Schwimmweste denken.

Russland

Bei der Benutzung eines Leihwagens in Moskau sollte nicht nur auf den Verkehr geachtet werden. Auch das Erscheinungsbild spielt eine große Rolle. Ist das Auto zu schmutzig, kann es bis zu 200 Euro Bußgeld hageln. Dabei bleibt aber ungeklärt, ob „schmutzig“ bedeutet, dass man das Nummernschild nicht mehr lesen oder der Fahrer nicht mehr erkannt werden kann.

Unerkannt bleiben auch die Partner beim Geschlechtsverkehr. Der darf laut Gesetz nämlich nur im Dunkeln stattfinden – erlaubt ist nur die Missionars-Stellung.

England

Unsere Nachbarn auf der Insel haben eine seltsame Vorstellung von „Pub Kultur“. Denn laut Gesetz ist es verboten, in Kneipen und Restaurants betrunken zu sein. Vielleicht auch, um das öffentliche Urinieren auf den Straßen zu vermeiden. Wenn es doch mal sein muss, gibt es strenge Vorschriften: Männer dürfen in der Öffentlichkeit urinieren, solange es am Hinterreifen des eigenen Autos passiert und die rechte Hand auf dem Auto ist. Ist sicher auch eine gute Koordinationsübung.

Japan

Im Land der aufgehenden Sonne ist der Name Programm: Denn Japan garantiert seinem Volk per Gesetz Sonnenschein. Darum durfte auch so manches Hochhaus nicht gebaut werden, wenn es zu lange Schatten geworfen hätte.

Auch das Dicksein ist verboten. Der Gesetzgeber gibt vor, dass die Taille von Männern ab 40 maximal 80 Zentimeter Umfang haben darf. Ob das auch für Sumoringer gilt?

Deutschland

Auch bei uns im Lande finden sich aus gesetzgeberischer Sicht  manche Stilblüten. Sei es das in MV aufgrund fehlender Berge völlig unnötige Seilbahngesetz oder das Gesetz mit dem wohl längsten Namen: Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz (RflEttÜAÜG). Bei dessen Einbringung  in den Landtag  brachen einige der Abgeordneten in schallendes Gelächter aus.

Oder das deutsche Weingesetz, nachdem ein Wein nicht als solcher bezeichnet werden darf.  Auf dem Etikett sind nur bestimmte Angaben erlaubt und vorgeschrieben, wie Jahrgang, Lagebezeichnung, Produzent, Qualitätsstufe usw. Das Wort „Wein“ gehört nicht dazu.

Besonders gut geregelt ist hierzulande auch das Arbeitsleben. Schläft ein Arbeitnehmer  während der Arbeit ein und fällt vom Stuhl, kann das als Betriebsunfall gelten – vorausgesetzt es geschah aufgrund arbeitsbedingter Übermüdung. Auch für den Tod ist gesorgt. Verstirbt ein Beamter während einer Dienstreise, gilt diese damit als beendet…

Und ein Hinweis für alle Ehepaare: Laut Gesetz dürfen Ehepartner trotz mangelnder Lust und Befriedigung beim Geschlechtsverkehr weder Widerwillen noch Gleichgültigkeit während des Aktes zeigen, sagt der Gesetzgeber.

Frankreich

Kreative Namenssuche für Haus- und Hoftiere scheint in Frankreich eher verpönt. Seinem Schwein darf man beispielsweise nicht den Namen Napoleon geben, schreibt das Gesetz vor.

Auch das Sterben ist in Orten wie Le Lavandou an der Côte d‘Azur nicht so einfach. Dort hat der Bürgermeister im September 2000 offiziell das Sterben verboten. Das gilt übrigens auch für Urlauber. Der örtliche Friedhof sei belegt.

Singapur

In Singapur kann sogar der Gang auf die Toilette zur Gesetzeswidrigkeit werden. Denn wer vergisst, die Toilettenspülung zu betätigen, macht sich strafbar und muss 500 Euro Strafe zahlen. Und wer denkt, das kontrolliert eh keiner, der irrt. Die  Polizei kontrolliert regelmäßig  öffentliche Toiletten.

Arabien

Im boomenden Reiseziel Dubai gelten Stoffe als Drogen, die man hierzulande beim Bäcker oder in der Apotheke kaufen kann.  Das Einführen stimulierender Substanzen  und Medikamente ist hier so streng geregelt, dass selbst Mohnbrötchenkrümel am Flughafen zu mehreren Jahren in Haft führen können. Denn Mohn ist verboten wie Cannabis. Also suchen Sie bei Ihrem Besuch eine sichere Entfernung zu Backwaren aller Art – nur um sicher zu gehen.

Australien

Wie viele Australier braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Nur einen, aber der muss staatlich lizenzierter Elektriker sein. Sonst darf in der Stadt Victoria niemand eine Glühbirne wechseln.

Auch das gesetzliche Mindestalter für Sex ist vorgeschrieben. Es beträgt 16 Jahre. Es sei denn, die Person befindet sich in der Obhut einer älteren Person. Dann liegt das Mindestalter bei 18. Und dann ist selbst Sex mit einem Känguru erlaubt – wenn der Mensch betrunken ist...

Afrika

Apokalyptische Filme und Ideen scheinen es den Afrikanern angetan zu haben. Denn per Gesetz ist es hier verboten, einen Menschen in einen Zombie zu verwandeln.

Lebende Tote zu heiraten, sollte allerdings möglich sein. Denn die Eheschließung zwischen Toten oder Lebenden und Toten wird in vielen Teilen des Landes noch heute praktiziert. Sie kommt dann zum Tragen, wenn die Braut vor der Hochzeit stirbt. Die Geisterhochzeit gilt dann als Entschädigung für die im richtigen Leben verpasste Hochzeit.

Thailand

Höchstes Augenmerk beim Gehen und Spazieren ist in Thailand auf den Boden zu richten. Denn wer auf einen Geldschein tritt, beleidigt den König. Dessen Konterfei ist darauf zu sehen. Es drohen dann bis zu fünf Jahre Haft.

Selbst das Ablecken von Briefmarken mit Bhumibol auf der Vorderseite gilt als schändlich. Diese Gefahr ist nun jedoch gebannt: Denn mittlerweile gibt es selbstklebende Marken.

 

 

 

 

 

 

 

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