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Meyer Werft in Papenburg : Kreuzfahrtschiff „Norwegian Joy“ ausgedockt

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Mehrere Tausend Schaulustige beobachteten das Ausdocken des Kreuzfahrtriesen. Ende März findet die Emsüberführung statt.

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erstellt am 04.Mär.2017 | 12:37 Uhr

Das Manöver begann gegen neun Uhr und damit rund eine Stunde nach dem von der Meyer Werft angekündigten Zeitplan. Mehrere Tausend Schaulustige beobachteten das Manöver im Werfthafen. Unter ihnen Ralf und Andrea Matteikat aus Wermelskirchen bei Leverkusen. „Wir sind schon um 4.45 Uhr losgefahren, um uns das hier anzuschauen“, sagte Andrea Matteikat im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie hätten ein solches Manöver noch nie gesehen und wollten sich ein Bild von den Dimensionen moderner Kreuzfahrtschiffe machen, ergänzte ihr Mann.

Mit dem Wohnmobil bereits am Freitag aus Bonn angereist waren Andre und Bettina Hänchen mit ihrem 10-jährigem Sohn Tim. „Rheinschiffe sind doch etwas kleiner“, sagte der Familienvater im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie hätten auch ihrem Sohn das Spektakel einmal zeigen wollen. Der hatte sich die Kreuzfahrtschiffe „schon ein bisschen kleiner“ vorgestellt, so der 10-Jährige.

Das 326 Meter lange Kreuzfahrtschiff wird in den kommenden Wochen weiter auf die Ablieferung an die US-Reederei Norwegian Cruise Line vorbereitet. Im Laufe des Tages soll, bei günstigen Wetterverhältnissen, von einem Autokran die Schornsteinkappe aufgesetzt werden. Darüber hinaus sind nach Angaben von Werftsprecher Peter Hackmann einige Tests im Werfthafen geplant.

Bevor der Luxusliner die Bauhalle verlassen konnte, wurde am Freitag das zweite, rund 120 Meter lange Schwimmteil des nächsten Kreuzfahrtschiffes „World Dream“ ins Freie geschleppt. Dieses Schiff soll im Herbst an die zum Genting-Konzern gehörende Reederei Dream Cruises abgeliefert werden. Beide Schwimmteile, eins liegt bereits seit Dezember im Werfthafen, sollen Hackmann zufolge bis zum späten Nachmittag wieder in die Baudockhalle der Werft geschleppt werden. Dort werden die Elemente in den nächsten Wochen mit Teilen für Bug und Heck verbunden und in rund zehn Wochen den fertigen Rumpf der „World Dream“ komplett machen.

Bis zur Emsüberführung der „Norwegian Joy“, die für Ende März vorgesehen ist, wird an Bord des Schiffes der Innenausbau abgeschlossen. Erste Mitglieder der 1600 Personen umfassenden Crew machen sich mit dem drittletzten Schiff der „Breakaway-Plus-Klasse“ vertraut. Das Schiff wurde von der Reederei Norwegian Cruise Line ausschließlich für den chinesischen Kreuzfahrtmarkt konzipiert.

Kartbahn, VIP-Gaming-Bereich und Grünanlage für Yoga

An Bord befindet sich die erste Kartbahn auf einem Kreuzfahrtschiff, wo bis zu 20 Fahrer auf Elektro-Karts auf einer Bahn über zwei Decks gegeneinander Rennen fahren können. An Bord stehen für die insgesamt 4200 Passagiere Casinos mit einem privatem VIP-Gaming-Bereich, der „Serenity-Park“, eine Grünanlage für Tai Chi und Yoga auch deutlich mehr Familienkabinen und Kombinationsmöglichkeiten mehrerer Kabinen zur Verfügung. Speziell bei der Unterbringung der Passagiere trägt die Reederei den Gewohnheiten der Chinesen Rechnung, die vorzugsweise mit mehreren Familiengenerationen reisen.

Ende April will die Meyer Werft die im April 2016 auf Kiel gelegte „Norwegian Joy“ an die Norwegian Cruise Line übergeben. Trotz zweier Brände in der Bauphase des Luxusliners im vergangenen Jahr, ist die Werft nach Angaben von Sprecher Hackmann mit dem Bau des Schiffes im Zeitplan. „Es war ein großer Kraftakt für unsere Mannschaft. Es müssen zwar an der Pier auch noch einige Arbeiten erledigt werden, aber die Ablieferung ist nicht gefährdet“, sagte Hackmann auf Nachfrage unserer Redaktion. Ab Sommer soll die „Norwegian Joy“ ganzjährig zwischen Schanghai und Tianjin Kreuzfahrten unternehmen.

Nach der „Norwegian Joy“ baut die Meyer Werft mit der „Norwegian Bliss“ und einem noch namenlosen Schiff noch zwei weitere Schiffe der Baureihe, die 2018 und 2019 abgeliefert werden. Aufträge für vier Ozeanriesen einer neuen Baureihe hatte die Norwegian Cruise Line Mitte Februar an die italienische Fincantieri-Werft vergeben.

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