Studie : Kommissare auf vier Beinen

Bloodhound Hermine nimmt eine Geruchsspur auf.
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Bloodhound Hermine nimmt eine Geruchsspur auf.

Laut einer Studie in Leipzig reicht Hunden die menschliche DNA als Schlüsselreiz

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11. Januar 2018, 21:00 Uhr

Hermine springt aufgeregt aus dem Kofferraum des Polizeiautos. Der sieben Jahre alte Bloodhound zieht aufgeregt an der Leine in dem Park nahe der Rechtsmedizinischen Fakultät Leipzig. Erst als Polizeihundeführer Ralf Blechschmidt der Hündin das Geschirr anlegt, weiß Hermine, dass nun der Arbeitstag beginnt. Sie schnuppert an einer Mullkompresse, wittert den Schweiß eines Menschen darin und zieht sofort los. Nicht mal eine Minute später hat sie die Testperson gestellt.

Was gestern eine leichte Übung war, hat einen gewichtigen wissenschaftlichen Hintergrund. Zwei Jahre lang haben Forscher vom Institut für Rechtsmedizin an der Uni Leipzig und der Hochschule der Sächsischen Polizei an dem Mantrailerprojekt gearbeitet. Sie wollten nachweisen, dass die speziell ausgebildeten Hunde wissenschaftlich fundierte Ergebnisse liefern, die auch vor Gericht standhalten.

„Wir haben nachgewiesen, dass die Hunde mit einer sehr hohen Zuverlässigkeit die individuelle Geruchsspur zuordnen konnten“, erläutert Carsten Babian vom Institut für Rechtsmedizin. In 98 Prozent der Fälle sei die Geruchsspur erkannt worden. „Weltweit erstmals haben wir sogar nachgewiesen, das neben Speichel und Schweiß auch die isolierte DNA aus Blut als Schlüsselreiz für die Hunde geeignet ist.“

Was die Hunde bei der DNA-Probe genau riechen, konnten die Wissenschaftler nicht klären. „Dieses Phänomen haben wir nicht gelöst, wird aber noch weiter untersucht. Die DNA-Probe hat jedoch als Reiz ausgereicht“, betont Babian.

Beim Test wurden den Hunden drei kleine Schaumstoffrollen vorgelegt, auf einer war die DNA einer Testperson. Bei der anschließenden Suche folgte der Hund nahezu perfekt der Spur. „Das ist halt der Unterschied zu Rauschgift- oder Lawinenhunden. Diese Mantrailer suchen nach einer bestimmten Person“, erläutert Polizeidirektor Leif Woidtke von der Hochschule der Sächsischen Polizei. Über eine Entfernung von bis zu zehn Kilometern können sie den Geruch eines Menschen wahrnehmen.

Für die Ermittler ist das Projekt ein riesiger Erfolg. „Die Hunde helfen, eine Straftat zu rekonstruieren und die Anwesenheit eines Tatverdächtigen am Tatort nachzuweisen. Und die Ergebnisse halten vor Gericht als Beweismittel stand“, ist Woidtke überzeugt. Er räumt jedoch ein, dass die Würdigung dieser Beweismittel immer noch im Ermessen der Richter liege.

Hermine hat schon Dutzende Einsätze hinter sich, sie war Ausbrechern aus Gefängnissen auf der Spur und nahm die Witterung von Vermissten auf.

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