Rollstuhl, Tarantino, Marvel : Kings „Es“ – was wurde aus den Stars von damals?

Pennywise aus Stephen Kings „Es“: Im TV-Film von 1990 spielte Tim Curry den Horrorclown, der die Kinder der Kleinstadt Derry heimsucht. Foto: imago/United Archives
Pennywise aus Stephen Kings „Es“: Im TV-Film von 1990 spielte Tim Curry den Horrorclown, der die Kinder der Kleinstadt Derry heimsucht. Foto: imago/United Archives

Zwei tot, einer bei Tarantino, einer bei den „Guardians“: Was wurde aus den Stars der Erstverfilmung von Kings „Es“?

von
09. Mai 2019, 00:08 Uhr

Berlin | Vor 27 Jahren zog Tim Curry sich die Clowns-Maske von Stephen Kings „Es“ über. Heute sitzt der Darsteller im Rollstuhl. Der TV-Zweiteiler von Tommy Lee Wallace erzählte die Geschichte von sieben Kindern aus dem US-Städtchen Derry: Als Loser Club stellen die Außenseiter sich dem Killerclown Pennywise entgegen – um als Jahrzehnte später als Erwachsene noch einmal ins Gefecht gegen das Böse zu ziehen. Sieben Kinderdarsteller wurden dabei über Nacht einem Millionenpublikum bekannt. Was machen sie heute? Und was ist aus den Schauspielern geworden, die damals den erwachsenen Losers Club spielten?

Horrorclown Pennywise: Tim Curry sitzt im Rollstuhl

In den wichtigsten Rollen seines Lebens trägt Tim Curry Maske: In der „Rocky Horror Picture Show“ (1975) ist der Sänger und Schauspieler als Transvestit Doktor Frank N. Furter zu sehen; für „Es“ zieht er das Clownskostüm des Kindermörders Pennywise an. Nach der King-Verfilmung arbeitet er weiter als Film- und Bühnenschauspieler und baut sich als Synchronsprecher für Animationsserien („Clone Wars“) und Computerspiele („Dragon Age“) ein zweites Standbein auf. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2012 sitzt der heute 71-Jährige im Rollstuhl.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Seth Green: Von „Es“ über „Austin Powers“ zu den „Guardians of the Galaxy“

Eine der erfolgreichsten Post-„Es“-Karrieren legt Seth Green hin: Schon vor seinem Auftritt als Derrys Brillenschlange Richard Tozier spielt er in Klassikern wie „Hotel New Hampshire“ (1984) und „Radio Days“ (1987). Danach geht es für ihn erst richtig los: Von 1997 bis 2000 hat Green als Daniel „Oz“ Osbourne eine durchgehende Rolle in „Buffy“; zur gleichen Zeit etabliert er sich in den „Austin Powers“-Filmen, wo der den Sohn von Dr. Evil spielt, als Filmkomiker. Bis heute spricht er in der Trickserie „Family Guy“ den Sohn Chris Griffin. Bei der Animationsserie „Robot Chicken“ ist der heute 43-jährige Green außerdem Produzent. Und selbst ins Marvel-Universum hat er es geschafft. In „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ist er die Synchronstimme von Howard the Duck.

Schon gestorben: John Ritter

In „Es“ spielt John Ritter den erwachsenen Ben Hanscom, der als Kind wegen seiner Dickleibigkeit zum Losers Club gestoßen war. Ritters größter Erfolg liegt beim Dreh schon hinter ihm: In der Sitcom „Herzbube mit zwei Damen“ (1977-84) spielte er über acht Staffeln einen Junggesellen, der sich in einer Frauen-WG als schwul ausgibt. 13 Jahre nach seinem Auftritt in „Es“ stirbt Ritter 2003 kurz vor seinem 55. Geburtstag an einer Aortendissektion; eine Klage, bei der seine Familie von den Ärzten 67 Millionen Dollar verlangt, wird abgewiesen. Sein Sohn Jason Ritter ist ebenfalls Schauspieler und hatte unter anderem eine durchgehende Rolle in der Serie „Parenthood“ (2010-14).

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Von Tarantino wiederentdeckt: Dennis Christopher

In Stephen Kings „Es“ spielt Dennis Christopher den erwachsenen Hypochonder Eddie Kaspbrak; nach dem Horrorfilm wechselt er das Rollenfach: In der Serie „Profiler“ (1996-99) ist der Bilderbuch-Waschlappen über 45 Folgen als Killer zu sehen. 2012 entdeckt Quentin Tarantino ihn neu und besetzt ihn in seinem Sklaven-Western „Django Unchained“ als Calvin Candies Rechtsanwalt Leonide Moguy.

Dem Horror treu geblieben: Emily Perkins, die junge Bev

Die Kanadierin Emily Perkins war 13 Jahre alt, als sie in „Es“ als Beverly Marsh eine ihrer ersten großen Rolle übernahm. Sie dreht bis heute; ihr größter Erfolg ist die kanadische Horrorfilm-Triologie „Ginger Snaps“ (2000-2004), in der junge Mädchen sich in sexhungrige Werwölfe verwandeln. Im Indie-Film „Juno“ (2007) hat sie eine kleine Rolle als Punk-Rezeptionistin.

Richard Thomas, der alte Bill Denbrough

John-Boy Walton trifft den Horror-Clown: Mit Richard Earl Thomas tauchte ein ehemaliger Kinderstar aus dem Serienhit „Die Waltons“ (1972-81) in Derrys Albtraum-Welt ein. Fans des Klassikers werden ihn gleich am Muttermal auf der Wange erkannt haben. In „Es“ spielte der damals 39-Jährige den erwachsenen Bill Denbrough, der als Horror-Schriftsteller eine Art Alter Ego von Stephen King selbst ist. Auch nach „Es“ bleibt Thomas ein Darsteller, der eher fürs Fernsehen, als fürs Kino gebucht wird. Seine letzte durchgehende Rolle hat er in der Agentenserie „The Americans“. Thomas veröffentlicht auch Gedichtbände und hat als Vater von fünf leiblichen und zwei Stiefkindern genauso viele Kinder, wie die Losers Club in „Es“ umfasst.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Annette O’Toole: Beverly wird Supermans Mutter

In „Es“ spielt Annette O‘Toole die erwachsene Beverly, das einzige Mädchen in Stephen Kings Losers Club. Vom Horrorclown Pennywise wechselt sie nach „Es“ an die Seite Supermans. In 135 Folgen der Serie „Smallville“ (2001-11) spielt sie die Mutter des jungen Clark Kent. Vertraut war ihr der Stoff schon vorher: 1983 war sie in „Superman III“ noch als eine Freundin von Clark Kent zu sehen.

Jonathan Brandis: Selbstmord mit 27 Jahren

Als Jonathan Brandis in „Es“ den jungen Bill Denbrough spielt, ist er erst 14 Jahre alt – und längst ein Profi. Werbespots dreht Brandis schon als Vierjähriger; seitdem tritt er immer wieder in Film und Fernsehen auf. Kurz vor Ausstrahlung der King-Verfilmung ist er in „Die unendliche Geschichte II“ als Balthasar Bux zu sehen. Seinen Karrierehöhepunkt erreicht er mit 17 als Hauptdarsteller der Sci-Fi-Serie „seaQuest DSV“ (1993-96). Als junger Mann erkrankt Brandis an Depressionen. Mit dem Kurzfilm „The Slainsville Boys“, den er auch selbst produziert, arbeitet er an einer zweiten Laufbahn als Regisseur. Die Veröffentlichung seines Werks erlebt er aber nicht mehr. Im November 2003 bringt Brandis sich um; er wird 27 Jahre alt.

Mehr zum Thema

Hinweis: Haben Sie Selbstmordgedanken? Bitte holen Sie sich rechtzeitig Hilfe und kontaktieren Sie die Telefonseelsorge. Dort wird Ihnen kostenlose Hilfe angeboten. Hier geht es zu der Homepage der Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de/). Unter der Telefonnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 können Sie dort auch kostenlos dort anrufen. Auf der Webseite von [U25] können sich Jugendliche jederzeit anonym beraten lassen. Eine Übersicht über weitere Beratungsstellen gibt es auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen