Mallorca : Kein Pardon am Ballermann

Sangria ade: Trinken am Strand bleibt verboten.
Sangria ade: Trinken am Strand bleibt verboten.

Öffentliche Trinkgelage am Strand bleiben verboten

svz.de von
08. März 2016, 21:00 Uhr

Von wegen Lockerung der Sittengesetze an Mallorcas „Ballermann“-Strand: Ein Gericht kippte zwar im Februar einen dicken Katalog mit Benimmregeln, weil das Rathaus von Palma in einigen Punkten seine Kompetenzen überschritten hatte. Doch die öffentlichen Trinkgelage bleiben auch weiterhin verboten - und werden künftig sogar noch strenger geahndet. Die Stadtverwaltung Palmas beschloss nun einen Aktionsplan, der mehr Polizei, sehr hohe Bußgelder und sogar ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol vorsieht. Und das Ganze ohne größere Gnadenfrist: Schon von April an soll es Strafen hageln.

Wer sich an der Playa de Palma künftig nicht an die Spielregeln hält und es sich mit dem Sangria-Eimer am Strand bequem macht, wird künftig noch mehr zur Kasse gebeten: Bis zu 3000 Euro Geldstrafe drohen jetzt jenen Alkoholsündern, die im berühmten Ballermann-Vergnügungsviertel bei öffentlichen Gelagen erwischt werden. Bisher wurde an der Ballermann-Meile ein Bußgeld von maximal 200 Euro verhängt. Das verschärfte Saufverbot gilt am Strand, an der Promenade und auch auf Straßen und Plätzen dieser Tourismushochburg, die von der Stadtverwaltung – zusammen mit anderen konfliktträchtigen Vierteln Palmas – zur „besonderen Interventionszone“ erklärt wurde.

„Wir glauben, dass dies helfen wird, diese Verhaltensweisen zu verhindern“, sagte Palmas Bürgermeister José Hila. Infoschilder sollen darüber aufklären, dass Trinkgelage im öffentlichen Raum streng verfolgt werden. Nachdem sich Anwohner beschwert hatten, dass zu wenig Beamte am Ballermann unterwegs waren, um auf die guten Sitten zu achten und auch das alte Benimmgesetz wenig an den Alkoholorgien geändert hatte, soll nun die Polizeipräsenz deutlich erhöht werden.

Zudem wird künftig der nächtliche Nachschub für die Trinkgemeinde erschwert: War Alkohol bisher rund um die Uhr erhältlich, wird der Verkauf jetzt zeitlich beschränkt. Von Mitternacht bis acht Uhr morgens, wo bislang in 24-Stunden-Shops oder an Getränkeautomaten Alkoholisches erhältlich war, wird der Verkauf von Bier, Wein und Schnaps verboten.

Drogen-, Sauf- und Sexexzesse sorgen jedes Jahr für Skandale und bringen Mallorca in Verruf. Lärm, Rüpeleien, Müll und verschmutzte Strände provozieren regelmäßig Konflikte mit jener großen Mehrheit von Urlaubern, die zur eher zivilisierten Erholung auf die Insel kommen.




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