Bundeskriminalamt : Kampf gegen Geldfälscher

Original und Fälschung: Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann hält  einen echten (links) und einen falschen 20-Euro-Schein in seinen Händen.

Original und Fälschung: Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann hält  einen echten (links) und einen falschen 20-Euro-Schein in seinen Händen.

Betrüger passen neue Merkmale in kurzer Zeit an

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28. Juli 2018, 05:00 Uhr

Dem Falschgeld auf der Spur: Immer wieder vermelden Sicherheitskräfte Erfolge im Kampf gegen Geldfälscher. Erst jüngst stellten Ermittler des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) Blüten im Nennwert von 100 000 Euro sicher und fassten drei Verdächtige. „Durch die Aufklärungsarbeit der Bundesbank und die Ermittlungen der Polizei sind die Falschgeldzahlen in Deutschland relativ gering“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann. „Rein rechnerisch entfallen aktuell pro Jahr rund sieben falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner.“

Fälscher und Währungsexperten liefern sich eine Art Wettlauf. Die Notenbanken bringen Scheine mit veränderten Sicherheitsmerkmalen heraus – Kriminelle versuchen, diese nachzumachen. „Die Falschgeldhersteller sind in der Lage, sich innerhalb kurzer Zeit auch auf neue Anforderungen einzustellen“, konstatiert das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem jüngsten Lagebericht zum Thema Falschgeld.

Kriminelle sollten sich dennoch nicht in Sicherheit wiegen: „Egal wie gut die Fälschung ist, irgendwann kommt die Wahrheit ans Licht. Es gibt mehrere Stufen von Sicherheitsmerkmalen“, argumentiert Beermann.

Diese erschweren nach Einschätzung der Bundesbank Kriminellen das Handwerk. „Bislang ist es Fälschern beispielsweise nicht gelungen, das Porträtfenster gut nachzuahmen“, berichtet Stefan Hardt, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Bundesbank. Auch die besondere Beschaffenheit des Papiers stelle eine hohe Hürde für Fälscher dar. Im ersten Halbjahr zogen Banken, Handel und Polizei in Deutschland rund 31 100 Euro-Blüten aus dem Verkehr. Das war ein Rückgang von 6,2 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017 und von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den rechnerischen Schaden beziffert die Bundesbank auf 1,8 Millionen Euro – Tendenz sinkend. Geradestehen muss derjenige, der die Blüte annimmt. Falschgeld wird nicht ersetzt.

Am beliebtesten bei Kriminellen ist weiterhin der 50-Euro-Schein. Von den in Deutschland im ersten Halbjahr registrierten Blüten entfielen 22 504 auf falsche Fünfziger.

Auch in Europa sank die Zahl der Blüten. Von Januar bis Juni wurden 301 000 falsche Euro-Banknoten entdeckt – 17,1 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2017.

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