"Ich bin ein Star, holt mich hier raus" : Jenny ist Dschungelkönigin: Vier Thesen zum verblüffenden Sieg

<p>Jenny Frankhauser ist Dschungelkönig 2018. </p>
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Jenny Frankhauser ist Dschungelkönig 2018.

Dschungelcamp-Finale 2018: Jenny Frankhauser ist Dschungelkönigin - überraschender Weise.

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04. Februar 2018, 16:22 Uhr

Das Dschungelcamp 2018 endet mit einer Fehlentscheidung: Jenny Frankhauser wird Dschungelkönigin und besiegt zwei Finalisten, die selbst ohne Ton interessanter waren als sie. Vier Thesen zur verblüffenden Schlusswendung einer Dschungelstaffel, die so zäh war wie ein Bullenpenis.

1. These: Da draußen formiert sich eine gewaltige Anti-Katzenberger-Bewegung.

Freundlich, gut gelaunt und fast unkränkbar: Jenny Frankhauser ist eine Dschungelkandidatin wie ein Duftbäumchen. Wo sie herumbaumelt, verbreitet sie eine süße, leicht synthetische Atmosphäre – und das, ohne das man sie weiter beachten müsste. Im Dschungelcamp ist sie eine monothematische Prominente: Jenny will aus dem Schatten ihrer Halbschwester Daniela Katzenberger treten. Und eigentlich hätte ihr nicht mal das gelingen dürfen; denn keiner erwähnt den Namen Daniela öfter als sie. Tatsächlich hat Jenny ja auch nur eine recht kurze Liste eigener Errungenschaften entgegenzusetzen: einen YouTube-Channel, einen Top-64-Hit und einen Webshop für Handy-Popsockets. Was auch immer das ist – entweder, dieses Produkt ist das nächste große Ding. Oder in großen Teilen des RTL-Publikums herrscht eine so massive Ablehnung gegenüber Daniela Katzenberger, dass ihre Feinde jetzt tausendfach für die innerfamiliäre Opposition angerufen haben.

2. These: RTL hat Daniele Negroni unter Wert verkauft.

Dass das Dschungelcamp am Ende doch noch lustig wurde, verdankt sich nur einem: Daniele Negroni. Seine Verzehrprüfung im Finale gehört – über alle Staffeln – zu den großen Momenten des Formats. Nicht genug damit, dass Daniele unter Tränen angebrütete Eier und fermentiertes Schlammfisch-Püree schluckt. Er formuliert dazu auch noch Kommentare für die Ewigkeit: Die Frage nach dem Todeszeitpunkt der Wasserspinne in seinem Mund, beantwortet er mit dem Schockersatz: „Ich habe den Bauch durchgebissen und gemerkt, da läuft irgendwas raus.“ Als er gefragt wird, woran er beim Genuss eines Bullenpenis denkt, sagt er „Ich denke an meinen eigenen. Er ist dicker.“ Daniele Negroni ist überbordend fröhlich, arglos, gutherzig und offensichtlich keiner bösen Hintergedanken fähig. Mit alldem hätte er ein Dschungelkönig vom Schlage Joey Heindles werden müssen – wenn RTL ihn nicht aus blanker Themennot mit Nikotin-Entzug gequält und so mehr schlecht als recht zum Bad Guy aufgebaut hätte.

Wer Dschungelkönig werden will, muss zum Finale in die Prüfung: Jenny steckt in einer eisernen Jungfrau voller Tiere, Daniele Negroni isst Bullenpenis und angebrütete Eier, Tina wird in die Tierkammer gesperrt. Foto: RTL, Stefan Menne
Wer Dschungelkönig werden will, muss zum Finale in die Prüfung: Jenny steckt in einer eisernen Jungfrau voller Tiere, Daniele Negroni isst Bullenpenis und angebrütete Eier, Tina wird in die Tierkammer gesperrt. Foto: RTL, Stefan Menne
 

3. These: Das Publikum hat Tina York nicht verstanden.

Gemacht hat die Alterspräsidentin des Dschungels nicht viel; und trotzdem kann man sich an Tina York unmöglich sattsehen. Wenn sie unter hängenden Liedern messerscharf ins Camp äugt, fühlt es sich an, als würde Lee Marvin noch leben. Das Geheimnis ihres tiefen Blicks bewahrt Tina bis zur letzten Folge: „Du musst dir das mal vorstellen“, haut sie da auf einmal raus: „Ich hab in all den Tagen keine Verdauung gehabt. Null..“ Tina York ist die rätselhafteste Kandidatin dieses Dschungelcamps. Sie bettel so oft und glaubhaft um die Abwahl, dass man sich fragen muss, was sie überhaupt bei RTL wollte. Kurz vor dem Finale sagt sie es dann: Es war ein Rat vom Manager. Im Finale muss sie noch einmal in eine Dschungelprüfung: Am Boden einer Schlangengrube betet, jammert und wimmert Tina so ehrlich, dass dem Zuschauer die zehn Minuten noch länger werden als ihr selbst. In Wahrheit fällt es ja schwer, einer Kandidatin zuzusehen, die in echter Angst den Spielcharakter der Show gar nicht mehr wahrnimmt. Daniele Negroni und Jenny Frankhauser waren bei der Erfindung von Container-Shows in der Grundschule; Tina Yorks Verständnis von Fernsehen hat noch Dieter Thomas Heck geprägt. Das Dschungelcamp ist ihr fremd geblieben; am Ende ging es dem Publikum mit ihr vielleicht genauso.

4. These: Das Dschungelcamp war so langweilig, dass zum Schluss nur noch langweilige Menschen zugeguckt und abgestimmt haben.

Mit einem Zuschauerschnitt von wohl gut 5,5 Millionen geht die zwölfte Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ als eine der schwächsten in die Geschichte ein. Man kann es verstehen. Selten haben RTL-Kandidaten mit so abgeklärter Routine über die vergangenen Staffeln gesprochen. Selten haben Camper die eigene dabei so wenig wichtig genommen: Von den ständigen Regelverstößen bis hin zu zwei freiwilligen Abgängen schien diesmal wirklich alles egal zu sein. Kein Wunder, dass dann auch die Zuschauer keine Leidenschaft mehr aufbringen. Und im Finale einfach irgendeinen wählen.

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