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Karnevalssaison : Hut auf, Kostüm (fast) fertig

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Aus der Onlineredaktion

Einmal Pirat oder Elfe sein, dafür ist Karneval da. Echte Karnevalisten investieren viel Zeit in das Gestalten ihrer Kostüme – aber ein Hut bewirkt auch schon viel.

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Jeder Jeck ist anders. Soll heißen: So bunt wie der Karneval und so vielfältig wie die Menschen sind, so sind auch die Kostüme. Deshalb ist es gar nicht so leicht, den einen Trend für die neue Session zu benennen. Der echte Karnevals- oder Faschingsfan hat sowieso einen ganzen Kostümfundus. Doch nicht jeder hat Ideen und viel Zeit für das Gestalten. Was kann er 2017 anziehen? Wo erhalten Faschings-Fans ihre Inspiration? Aktuelle Themen liefern häufig neue Kostüm-Ideen.

„In Düsseldorf ist der Karneval in der Regel sehr politisch. Das zeigt sich in den Kostümen“, erklärt Hans-Peter Suchand vom Comitee Düsseldorfer Carneval. „Es kann also gut sein, dass dieses Jahr viele als Trump gehen.“ Inspiration liefert auch das jeweilige Stadt-Motto. In Köln liegt der Fokus dieses Jahr auf den Kindern. „Verkleidungen mit Zöpfchen und Affenschaukeln im Haar oder Schuluniformen sind denkbar“, sagt Sigrid Krebs vom Festkomitee Kölner Karneval von 1823.

Filme als Inspiration


Oder man sucht sich eine Verkleidung in den Stadtfarben zusammen: „In Köln trägt man Rot-weiß. Mit einem Ringelshirt, einer schwarzen Hose oder einem Rock und weißen Turnschuhen sind Sie also passend verkleidet.“ In manchen Jahren lösen auch Filme einen Kostümtrend aus. Als Beispiel nennt sie die Reihe „Fluch der Karibik“. „Danach gab es besonders viele Piratenkostüme.“

Gibt es für 2017 solche abzusehenden Trends? „Fantasykostüme sind im Kommen“, vermutet Werner Blasweiler von den Rheinischen Karnevals-Korporationen. Er erwartet viele Elfen, Zwerge, Hobbits und Zauberer auf den Straßen. „Die jüngere Generation zieht es hin zu den Figuren, die sie aus dem Kino kennen“, sagt Blasweiler. Disney- und Super-Helden seien gerade sehr gefragt. Bei den älteren sind Klassiker wie Clown, Cowboy oder Pirat beliebter.

Ich will mich schnell mal für den Umzug verkleiden. Was kann ich tun? Einen Hut aufsetzen. Damit lässt sich einfach große Wirkung erziehen. „Ob jemand eine Baseballcap oder einen eleganten Zylinder aufzieht, macht einen großen Unterschied. Schon steht ein ganz anderer Typ vor einem“, erklärt Siegfried Grawunder vom Verein Cottbuser Karneval 1980. Je ungewöhnlicher die Kopfbedeckung, umso größer der Effekt. Der Tipp von Krebs: Salatsieb umdrehen und künstliche Blumen in die Schlitze stecken. „Fertig ist der Blumenhut.“

Wohlfühlen ist wichtig

 

Was macht für Karnevalprofis eine besonders gute Verkleidung aus? „Man muss sich wohlfühlen in seiner Verkleidung“, sagt Krebs. Auf vielen Kostümbällen geht es aber um mehr: Wer die originellste, schönste Verkleidung trägt, bekommt einen Preis. „Die Jurymitglieder achten meist darauf, wie authentisch und aufwendig das Kostüm ist“, verrät Grawunder. Wer gewinnen will, sollte daher nicht einfach etwas von der Stange nehmen. „Eigenständige Ideen und selbst geschneiderte Kostüme sind immer besser“, sagt auch Suchand.

Draußen ist es kalt, drinnen warm: Gibt es für das Feiern zwischen Straße und Kneipe das perfekte Kostüm? Warmes zum Unterziehen wie Skiunterwäsche und Leggins müsste man in der Kneipe ausziehen – das könnte schwierig werden, und wer mag es an Karneval schon umständlich? Blasweilers Tipp: Zwei Kostüme übereinander ziehen. „Je luftiger die obere Schicht ist, umso besser“, ergänzt Grawunder. „Bei einem weiten Kostüm kann sich Luft im Zwischenraum sammeln. Und die erwärmt sich schnell durch die Körpertemperatur.“

Keine gute Wahl: Gruselclown


Je ausgefallener, desto besser. Aber gibt es beim Verkleiden Grenzen? „Was wir nicht wollen, dass andere eingeschüchtert werden oder ihnen Angst eingejagt wird“, sagt Suchand. Gruselclowns und andere Halloween-Kostüme sind daher für ihn keine gute Wahl. Mancherorts kann es auch sein, dass man nicht verkleidet, sondern schick angezogen Karneval feiert: „In Berlin gibt es beispielsweise Veranstaltungen, an denen die Gäste oft auch in Abendgarderobe kommen – also im schicken Kleid oder im Smoking“, berichtet Klaus Heimann vom Festkomitee Berliner Karneval. Fantasie und Geschmack sind also (fast)keine Grenzen gesetzt.

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