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Kreativer Umgang mit Cat-Calling : Holländerin macht Selfies mit Männern, die sie belästigen

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Die 20-Jährige fotografierte einen Monat lang Männer, die ihr hinterherpfiffen, sie anfassten und beleidigten – und veröffentlichte das Ergebnis.

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erstellt am 11.Okt.2017 | 15:35 Uhr

Amsterdam | „Catcalling“. Auch wem der Begriff nichts sagt – wer zum weiblichen Teil der Bevölkerung gehört, wird mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit bereits mehr als einmal damit konfrontiert worden sein. Fragt man das Urban Dictionary zum „Catcalling“, erfährt man: „Wenn ein Typ einer Frau hinterherpfeift oder -ruft, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, in der Hoffnung, sie abzuschleppen. In 99,9 Prozent aller Fälle kommt es nie zur Abschleppung.“ Was die „Catcaller“ nicht von ihren Bemühungen abhält. Den Betroffenen bleiben wenig Möglichkeiten, sich zu wehren. Eine Niederländerin aber hat eine kreative Variante gefunden. Die 20-jährige Noa Jansma machte einen Monat lang Selfies mit ihren Catcallern und veröffentlichte die Ergebnisse auf dem sozialen Bildertausch-Netzwerk Instagram.

Classic 2.0 "psssst, whoooooop, Can he have your number?" #dearcatcallers

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Die 23 Fotos ihres Instagram-Accounts „@dearcatcallers“ zeigen Straßenszenen mit breit grinsenden, Handkuss werfenden, den Arm um Noa Jansmas Schulter legenden Männern jeden Alters neben und hinter der starr und wenig erfreut in die Kamera blickenden Niederländerin. Auf vielen der Fotos sind die Männer in Gruppen. Die meisten wirken sichtlich stolz auf ihre Leistung. „Wenn ich dich sehe, kriege ich wilde Gedanken.“ – „Ich weiß, was ich mit dir machen würde, Baby.“ Mit Sätzen wie diesen ergänzten die „Catcaller“ ihre Anzüglichkeiten, wie Noa Jansmas neben den Bildern festhält.

 

#dearcatcallers "baby! Baby! *whisting*"

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„Dieser Instagram-Account hat das Ziel, Bewusstsein für die Objektivierung von Frauen im Alltag zu schaffen“, erklärt Jansma. Mithilfe der Aufnahmen habe sie die Machtverhältnisse in der Situation des „Catcalling“ umkehren wollen. Die Idee kam ihr während einer Diskussion über das Thema in der Uni. Da habe sie gemerkt, dass viele ihrer männlichen Kommilitonen gar nicht wüssten, wie oft Frauen auf diese Art belästigt würden – oder dass es sich überhaupt um eine Belästigung handelt.

In einem Text neben den Aufnahmen ruft Noa Jansma andere dazu auf, sich ihrem „Kampf“ anzuschließen. Der Erfolg dürfte sie selbst überrascht haben. Ihre Aktion ging tagelang durch die Medien. Ihr Instagram-Account hat mittlerweile knapp 300.000 Abonnenten.

Sie ist nicht die erste, die auf kreative Weise aufs „Catcalling“ aufmerksam macht. 45 Millionen Aufrufe erreichte eine junge New Yorkerin im Jahr 2014 mit einem Youtube-Video, in dem sie durch die Straßen ihrer Stadt läuft und ganz ähnliche Reaktionen sammelt wie Noa Jansma auf ihrem Instagram-Account.

#dearcatcallers "Babyyyyyyyy! THANKYOU" *blowkiss* (slide ➡️)

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