Schuldenerleichterung : Hilfe für Griechenland?

Stellt Griechenland weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht: Eurogruppen-Chef Mario Centeno.  Foto: Valentina Petrova
Stellt Griechenland weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht: Eurogruppen-Chef Mario Centeno. Foto: Valentina Petrova

Eurogruppe will im Sommer über Schuldendienst entscheiden / Scholz optimistisch

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28. April 2018, 16:40 Uhr

Eurogruppen-Chef Mario Centeno hat dem hoch verschuldeten Griechenland weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. „Die endgültige Entscheidung über Schuldenerleichterungen wird zum Ende des Programms getroffen“, sagte Eurogruppen-Chef Mario Centeno beim Treffen der Euro-Finanzminister gestern in Sofia. Es gehe darum, wie man Griechenland nach Ende des Hilfsprogramms weiterhelfen könne.

Athen ist seit 2010 auf internationale Kredite angewiesen. Im Gegenzug hat das Land bereits und soll weiterhin ein striktes Spar- und Reformprogramm umsetzen. Im laufenden dritten Hilfsprogramm stehen bis 21. August bis zu 86 Milliarden Euro zur Verfügung, es zeichnet sich jedoch ab, dass Athen nicht die gesamte Summe benötigen wird. Danach soll sich das Land wieder selbst finanzieren können. Ob das gelingen kann, ist aber noch offen.

Nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) haben sich Griechenlands wirtschaftliche Aussichten deutlich verbessert. „Was wir sehen können, ist, dass es doch viel optimistischere Blicke auf Griechenland geben kann, als das vor ein paar Jahren der Fall war“, sagte Scholz in Sofia.

Es gebe bereits einige Ideen, wie Athen beim Schuldendienst entlastet werden könne, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Eine sei etwa, Schuldenerleichterungen an künftiges Wirtschaftswachstum zu koppeln.

Im vergangenen Jahr hatten die Euro-Finanzminister bereits durch eine Reihe technischer Maßnahmen die Kosten für den griechischen Schuldendienst reduziert. Zudem wurden Rückzahlungszeiträume für Kredite gestreckt, was einem verdeckten Schuldenschnitt gleichkommt. Ein offener Schuldenerlass war und ist nicht im Gespräch.

Der Chef des Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, sagte, es sei noch eine große Hilfstranche für Griechenland angepeilt. Diese solle dann vor allem dafür genutzt werden, einen Kapitalpuffer vor der Rückkehr Athens an die Märkte aufzubauen.

Griechenland verzeichnete zuletzt nach Jahren der Krise wieder Wachstum. Ohne die Kosten für den Schuldendienst erzielte der Staat 2017 einen Überschuss von gut sieben Milliarden Euro. Dieser sogenannte Primärüberschuss lag damit bei vier Prozent der Wirtschaftsleistung.Alkimos Sartoros

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