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Bald Bilder auf Zigaretten : Gruselfotos gegen Glimmstängel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bildern von Raucherbeinen und Krebslungen auf Zigarettenschachteln sollen ab Mai 2016 abschrecken

Raucher müssen sich vom kommenden Frühjahr an auf Schockfotos auf Zigarettenschachteln einstellen. Das beschloss das Bundeskabinett gestern. Rasmus Buchsteiner sprach mit Marlene Mortler (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Die Risiken des Rauchens sind eigentlich bekannt. Was bringen Schockbilder auf Zigarettenpackung da noch?
Mortler: Zunächst einmal: Wir setzen hier eine Vorgabe der Europäischen Union um. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht ohne Wirkung bleibt, wenn auf Zigarettenschachteln Bilder von Raucherbeinen und Krebslungen gezeigt werden. Bei diesen drastischen Abbildungen wird es sicherlich auch keine Abstumpfungseffekte geben. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen rechne ich damit, dass diese Bilder zum Nachdenken anregen, im besten Fall auch zu einem Umdenken und gegebenenfalls auch zur Verhaltensänderung.

Lässt sich die Raucherquote wirklich weiter senken?
Die Entwicklung der letzten Jahre ist sehr positiv. Bei den Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren liegt die Raucherquote inzwischen bei unter zehn Prozent. Bei den jungen Erwachsenen sinkt sie ebenfalls. Wir können den Anteil der Raucher in Deutschland weiter senken. Da bin ich sehr optimistisch.

Sie wollen E-Zigaretten und E-Shishas für Jugendliche verbieten. Darüber hinaus sollen aromatische Zusatzstoffe für Zigaretten verboten werden. Was versprechen Sie sich davon?
Die Tabakindustrie hat nach neuen Produkten und Marktnischen gesucht. Die herkömmliche Zigarette ist nicht mehr so gefragt wie früher. Deshalb haben die Hersteller viel Energie und Geld in die Vermarktung von E-Zigaretten und E-Shishas investiert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat herausgefunden, dass die Schäden ähnlich gravierend wie bei der Zigarette sind. Auch E-Zigaretten ohne Nikotin sind eine Gesundheitsgefahr. Wir werden deshalb die Abgabe von E-Zigaretten und E-Shishas an Kinder und Jugendliche verbieten. So können wir verhindern, dass junge Menschen überhaupt erst mit dem Rauchen beginnen.

Das Verbot der Tabakwerbung auf Plakaten und an Litfaßsäulen soll verschoben werden auf 2020. Ist die Bundesregierung hier nicht vor der Lobby eingeknickt?
Besser dieses Verbot als kein Gesetz! Bundesminister Schmidt ist der erste, der es mit meiner Unterstützung geschafft hat, diese überfällige Regelung in ein Gesetz zu gießen – und zwar mit Zustimmung aller Akteure.
Das zeigt: Hartnäckigkeit zeichnet sich aus. Ich freue mich sehr, dass das Werbeverbot kommt.

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko – wäre es nicht konsequent, wenn Raucher höhere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen müssten?
An der Diskussion beteilige ich mich nicht. Denn dann müssten wir auch an anderer Stelle über höhere Beiträge diskutieren. Für mich steht Prävention an erster Stelle. Wir haben jetzt das neue Präventionsgesetz, und die Krankenkassen erhalten mehr Geld für Vorsorge. Die Verbraucher gehen mit ihrer Gesundheit heute sorgsamer denn je um.


 

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