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Spielemesse in Essen : Gemeinsam das Universum retten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Branche boomt: Mit mehr als 1100 Neuheiten werden bei der weltgrößten Spielemesse in Essen so viele vorgestellt wie noch nie.

Ob es gleich um die Rettung des ganzen Universums geht oder nur um ein lustiges Partyspiel: Mit mehr als 1100 Neuheiten werden bei der weltgrößten Spielemesse in diesem Jahr so viele Spiele vorgestellt wie noch nie. Die Branche boomt, und dabei dreht sich alles bei der Veranstaltung in Essen nur um herkömmliche Brett- oder Kartenspiele. Computerspiele müssen draußen bleiben. „Man meint immer, das Brettspiel stirbt aus. Das Gegenteil ist der Fall“, stellt die Sprecherin des Messeveranstalters Friedhelm Merz-Verlag, Dominique Metzler, fest.

Gut 160 000 Fans werden von heute bis Sonntag zu der seit mittlerweile 33 Jahren veranstalteten Messe erwartet. In vielen Hallen sind dabei Erwachsene deutlich in der Mehrzahl.

Gespielt werde in fast allen Altersgruppen, nur Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen etwa 15 und 20 Jahren seien oft nur schwer zu begeistern, berichtet der Vorsitzende des Verbands der Spieleverlage, Hermann Hutter. Begeisterte „Vielspieler“ seien dagegen vor allem in der Altersgruppe von etwa 20 bis 40 Jahren zu finden.

Die meisten der bei der Messe erstmals vorgestellten Spiele werden allerdings schnell wieder aus den Regalen verschwunden sein. „Viele Neuheiten gibt es nur ein oder zwei Jahre“, sagt Metzler.

Vor allem kleine Verlage hätten kaum eine Chance, mit ihren meist nur in Mini-Auflagen produzierten Spielen ins Angebot großer Händler aufgenommen zu werden, so Hutter.

Im Trend sehen Experten Gemeinschaftsspiele, bei denen alle Teilnehmenden gemeinsam an einer Lösung arbeiten müssen, anstatt gegeneinander zu konkurrieren.

Neu vorgestellt wird bei der Messe etwa „Mysterium“, bei dem die Spieler einen Mörder gemeinsam anhand von Traumbotschaften eines Geistes ermitteln müssen. Rund zehn Kilogramm wiegt „Mega Civilization“. Bis zu 18 Leute können sich bei dem Spiel an einem gemeinsamen Brett treffen. Das satirische Brettspiel „Euro Crisis“ zur Finanzkrise setzt dagegen auf politische Aktualität. Um sehr zwischenmenschliche Probleme geht es bei der Partyidee „Privacy Quickie“.

Rund 400 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mit Brett- und Kartenspielen umgesetzt. Im laufenden Jahr sei die Tendenz deutlich steigend, versichert Metzler. Anders als auf der Messe entschieden sich viele Käufer im Laden jedoch immer wieder für bewährte Klassiker wie das bereits 80 Jahre alte „Monopoly“ oder auch „Mensch ärgere dich nicht“. 

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