Nach öffentlicher Fahndung : G20-Randalierer meldet sich bei Hamburger Polizei

Insgesamt werden 104 Tatverdächtige im Zusammenhang mit den Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hmaburg gesucht.

Insgesamt werden 104 Tatverdächtige im Zusammenhang mit den Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hmaburg gesucht.

Bislang gingen mehr als 50 Hinweise aus der Bevölkerung ein.

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19. Dezember 2017, 11:45 Uhr

Im Rahmen einer öffentlichen Fahndung nach G20-Randalierern hat sich ein Beteiligter bei der Hamburger Polizei gemeldet. Der Mann rief am Montag an und gab zu, an Plünderungen in der Sternschanze beteiligt gewesen zu sein, wie ein Sprecher am Dienstag sagte.

Innerhalb eines Tages hätten die Beamten merh als 50 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Montag die Fotos von 104 Verdächtigen ins Internet gestellt. Ihnen werden nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft meist gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch oder Brandstiftung vorgeworfen. Zu fünf verschiedenen Tatkomplexen sind außerdem Videos abrufbar, die das Geschehen an mehreren Brennpunkten während des Gipfels der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli zeigen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster verteidigte die Maßnahme der Ermittler gegen Kritik. Die Strafprozessordnung erlaube eine Öffentlichkeitsfahndung, wenn zuvor alle Schritte zur Identifizierung einer Person erfolglos blieben und wenn es um Straftaten von erheblicher Bedeutung gehe. Dies habe die Staatsanwaltschaft sorgfältig abgewogen, Richter hätten der Maßnahme zugestimmt. Zudem seien die Fotos sorgsam ausgewählt worden, sagte der CDU-Innenpolitiker im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft hatte zuvor besonders die zusammen mit den Fahndungsfotos veröffentlichten Videos kritisiert. „Das ist Stimmungsmache und ich frage mich, wie ein solches Vorgehen durch ein Gericht abgesegnet werden konnte“, erklärte die innenpolitische Sprecherin Christiane Schneider. Durch die Veröffentlichung ihrer Fotos drohe den abgebildeten Personen lebenslange Stigmatisierung, egal ob sie verurteilt würden oder nicht.

In der ARD-„Tagesschau“ (Montag) sagte die Linken-Abgeordnete, der Leiter der Soko „Schwarzer Block“ habe angekündigt: „Wir kriegen viele von euch, da könnt ihr sicher sein.“ Schneider weiter: „Das hört sich an nach Menschenjagd.“ Die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke sprach von „Steckbriefen wie zu Zeiten der RAF-Hysterie“. Telefonhotlines öffneten außerdem Denunziantentum Tür und Tor.

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