Olympische Spiele 2020 : Fukushima als Attraktion

Ruine: Im Jahr 2011 kam es zur Katastrophe.
Ruine: Im Jahr 2011 kam es zur Katastrophe.

Das havarierte Atomkraftwerk will bis zu den Olympischen Spielen in Tokio die Besucherzahlen verdoppeln.

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05. März 2018, 12:00 Uhr

Mehr Besucher und ein besseres Image: Das erhofft sich der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima von den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Seit der Nuklearkatastrophe am 11. März 2011 war der Zugang zum Gelände nur einer Handvoll Experten, Abgeordneten, Regierungs- und Medienvertretern gestattet. Damals hatte ein heftiges Seebeben einen Tsunami ausgelöst, der die Nordostküste Japans verwüstete, mehr als 18 000 Menschen tötete und den schlimmsten Nuklearunfall seit Tschernobyl 1986 auslöste.

Doch mit dem Rückgang der Strahlenbelastung in den meisten Bereichen des Kraftwerks stiegen die Besucherzahlen allmählich an. Inzwischen lässt die Betreiberfirma Tepco auch Gruppen von Anwohnern, Botschaftsvertretern und Schülern aufs Gelände, doch noch keine Einzelbesucher. Die Zahl der Besucher für das Geschäftsjahr bis März 2017 stieg auf rund 10 000.

Bis 2020, wenn Tokio die Olympischen Sommerspiele ausrichtet, will der Betreiber die Zahl verdoppeln, wie Takahiro Kimoto von Tepco sagt. „Wir wollen nicht die Botschaft aussenden, dass es sicher ist“, betont er. „Uns ist wichtiger, dass die Leute sehen, was hier wirklich vor sich geht, ohne Vorurteile. Die Inspektionen werden dazu beitragen, die Region wiederzubeleben und den Imageschaden zu reduzieren.“

Auch Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees seien willkommen. Das Unternehmen sei nicht nur für die Wiederbelebung der Region verantwortlich, sondern sollte zukünftigen Generationen auch als mahnendes Beispiel dienen. Um die Region mit neuem Leben zu füllen, wird Fukushima während der Olympischen Spiele die Baseball- und Softballwettbewerbe ausrichten. Tepco hofft zudem, Teams im Rahmen des Rugby World Cups 2019 in einem Fußballtrainingszentrum zu beherbergen, das derzeit den Arbeitern als Unterkunft dient. Auf dem Kraftwerksgelände sind Dekontaminierungsarbeiten mithilfe von Tausenden Arbeitern im Gange.

Doch die Strahlenbelastung bleibt in den Gebieten rund um die drei geschmolzenen Reaktoren extrem hoch, was den Abbau der Anlage verlangsamt – der Prozess wird wohl Jahrzehnte dauern. Jeder Arbeiter muss hier Schutzanzug und -maske tragen, drei Paar Handschuhe und einen Dosimeter zur Messung der Strahlenbelastung. Die Gesamtkosten für Stilllegung, Dekontaminierung und Entschädigungszahlungen könnten sich Schätzungen zufolge auf umgerechnet 157 Milliarden Euro belaufen.

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