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Biochemiker erklärt : Frühstück genauso ungesund wie Rauchen?

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Biochemiker Terence Kealey hält das Frühstück für genauso ungesund wie das Rauchen. Es sei die gefährlichste Mahlzeit des Tages. In seinem jüngst erschienenem Buch „Breakfast is a Dangerous Meal“ (Frühstück ist eine gefährliche Mahlzeit) erklärt er warum.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2017 | 13:02 Uhr

Schon von Kindheitstagen wird uns eingebläut: Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Wer nicht frühstückt, hat keine Energie für den Tag und ist ständig müde. Der englische Biochemiker Terence Kealey stellt diese Regel nun auf den Kopf. In seinem neuen Buch „Breakfast is a Dangerous Meal“ (Frühstück ist eine gefährliche Mahlzeit) erklärt Kealey seine These, auf die er durch seine Diabetes-Erkrankung kam.

Zunächst berichtet der Biochemiker, wie die Krankheit bei ihm vor acht Jahren ausbrach. Er habe ständig Durst gehabt, musste ständig auf die Toilette und sei fortwährend müde und schwach gewesen. Er ging zum Arzt. Der jedoch sagte ihm, die Symptome seien nur vorübergehend und gingen mit der Zeit weg. Schließlich kam seine Frau auf eine Idee. Ein anschließender Test bestätigte: Kealey war an Diabetes Typ 2 erkrankt.

„Ich konnte fast schon garantieren, dass ich an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall sterben würde, wie 80 Prozent der Diabetiker“, zitiert die „Welt“ eine Textpassage aus Keleys Buch. Doch das wollte er nicht. Daher begann er, seinen Zuckerlevel akribisch zu kontrollieren. Dabei stellte Kealey fest, dass sein Blutzucker besonders nach dem Frühstück besonders hoch war. Er ließ das Frühstück aus. Daraufhin habe er beobachtet, wie sein Blutzuckerspiegel deutlich sank und sich im Laufe des Tages nach weiteren Mahlzeiten auch nicht mehr erhöhte.

Nicht nur für Diabetiker

Kealey empfiehlt in seinem Buch jedoch nicht nur Diabetikern, auf das Frühstück zu verzichten, sondern auch gesunden Menschen. Denn der Biochemiker ist der Meinung, zu Frühstücken fördere das metabolische Syndrom, bei der man eine Art Insulinresistenz entwickle, die zu einer Erkrankung der arteriellen Gefäße führe. Die Folgen sind Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Erkrankung an Diabetes. In etwa den gleichen Effekt habe das Rauchen auf die Gefäße.

Nicht für alle Menschen zu pauschalisieren

Aber nicht für alle Menschen sei es förderlich, auf das Frühstück zu verzichten. Kinder beispielsweise, seien auf die Energieaufnahme am Morgen angewiesen. Auch für manche Erwachsene sei es besser, nicht auf die morgendliche Nahrungsaufnahme zu verzichten, findet Ernährungsexpertin Amelia Freer. Der britischen Zeitung „The Telegraph“ sagte sie: „Das Problem ist, dass es kein Konzept gibt, das allein passt. Wer sind alle verschieden.“ Wer sich mit Frühstück besser fühle und ansonsten auch gesund und fit sei, der solle nicht darauf verzichten. Wer allerdings morgens noch gar keinen großen Hunger verspüre und nur isst, weil er der Überzeugung erlegen ist, die morgendlichen Nährstoffe seien unverzichtbar, der solle umdenken. Diese Menschen können laut Freer ruhig bis zum Mittagessen warten.

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