20 Jahre Raumstation ISS : Frieden im All

Auf der ISS funktioniert die Zusammenarbeit  zwischen Russland und den USA gut.
Auf der ISS funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA gut.

Vor zwanzig Jahren begann die US-russische Kooperation bei der Raumstation ISS

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29. Januar 2018, 12:00 Uhr

Mit den Beziehungen zwischen Russland und den USA steht es derzeit nicht zum Besten. Auf einem Gebiet klappt die Zusammenarbeit hingegen vorbildlich, und das seit nunmehr 20 Jahren: Bei der Internationalen Weltraumstation ISS sind Washington und Moskau Partner, und beiden ist klar, dass sie aufjeinander angewiesen sind.

Der Grundstein für die ISS wurde am 29. Januar 1998 gelegt. Vertreter von 15 Ländern unterzeichneten ein Abkommen über eine Kooperation zu Entwicklung, Bau und Betrieb der Raumstation. Beteiligt sind zwar auch die EU, Japan und Kanada; Russland und die USA waren aber von Anfang an die wichtigsten Partner in dem 100 Milliarden Dollar (82 Milliarden Euro) teuren Mammutprojekt.

„Ich denke, die amerikanisch-russische Partnerschaft bei der ISS ist fast allen Erwartungen gerecht geworden“, sagt der frühere Leiter des Space Policy Institute in Washington, John Logsdon. „Die USA und Russland sind die beiden Nationen, die die Station mit einem Kontrollzentrum in Houston und einem nahe Moskau am Laufen halten.“ Beide Länder haben zusammen 80 Prozent der Struktur und der Ausrüstung der ISS gestellt. Zwar kommt davon der Großteil aus den USA, ohne die russischen Sojus-Raketen hätte die Raumstation in den vergangenen Jahren jedoch gar nicht versorgt werden können. Seit dem Aus für die US-Space-Shuttles im Jahr 2011 können Astronauten nur noch mit den Sojus-Raketen zur ISS fliegen. 80 Millionen Dollar bekommt die russische Raumfahrtagentur Roskosmos pro Astronaut.

Der Grundstein für diese Zusammenarbeit wurde noch während des Kalten Krieges gelegt. Ein Abkommen zwischen den USA und Russland aus dem Jahr 1972 über die friedliche Nutzung der Raumfahrt ermöglichte 1975 den gemeinsamen Flug einer Apollo-Rakete der USA und einer russischen Sojus-Rakete, sagt Nasa-Historiker Bill Barry.

Barry zufolge wollten die USA mit ihrer Einladung an Russland, sich an der ISS zu beteiligen, den langjährigen Feind in den Westen integrieren. Es hätte aber auch praktische Gründe gegeben, meint Logsdon: Schließlich habe Russland bereits viel Erfahrung mit bemannten Weltraummissionen gehabt. Bis heute funktioniere die Zusammenarbeit „sehr gut, und man kann nur hoffen, dass sie weitergeht“. Tatsächlich haben sich die USA und Russland bereits dazu bekannt, ihre Zusammenarbeit bei der ISS bis mindestens 2024 fortzusetzen. Der Verantwortliche der US-Weltraumbehörde Nasa für die ISS, Bill Gerstenmaier, versicherte, dass die für kommendes Jahr geplante Indienststellung der Raumtransporter von Boeing und SpaceX die Zusammenarbeit mit Russland nicht infrage stelle.

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