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Erklär-Videos und Phobien-Quiz : Freitag der 13. und ständig die Angst im Nacken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Etwa zehn Prozent der Deutschen leiden unter Phobien. Nicht alle sind begründet, manche gar kurios.

von
erstellt am 13.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Es ist wieder soweit, heute ist Freitag der Dreizehnte. Aber bevor Sie Ihren Schornsteinfeger küssen, das Glücks-Hufeisen über die Schulter werfen oder nach vierblättrigen Kleeblättern suchen, erstmal tiiiiief Luft holen. Mit Ihrer Furcht vor Freitag dem 13. sind Sie nicht allein – es ist der wahrscheinlich verbreitetste Aberglaube. Aber eben nur das: Statistiken beweisen, dass heute nicht mehr Schlimmes passiert als sonst.

Die Techniker Krankenkasse fand sogar heraus, dass der heutige Tag sicherer ist als beispielsweise Feiertage. Also kein Grund Angst zu haben, oder? Trotzdem lassen Hotels wegen des schlechten Images die Zimmernummer 13 und viele Fluggesellschaften die Sitzreihe 13 aus. Und alle Mitarbeiter stehen wahrscheinlich heute mit dem rechten Fuß voran auf.

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Alles und sogar das Nichts kann Menschen Furcht bereiten. „Angst ist als existenzielle Grunderfahrung untrennbar mit dem menschlichen Leben verknüpft. Sie warnt vor Gefahrensituationen, macht augenblicklich hellwach und mobilisiert Energiereserven“, erklärt Prof. Andreas Broocks, Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Helios Kliniken Schwerin.

Übersteigerte Angst nutzt uns jedoch nichts mehr. Doch wann wird aus Furcht eine Phobie? Während es sich bei der Angst um ein relativ diffuses Gefühl handele, seien Phobien viel spezifischer, übersteigert und oft auf bestimmte Objekte, Tiere, Personen oder Tätigkeiten fokussiert, so Broocks. Betroffene besitzen daher starke Vermeidungstendenzen. Höhenangst oder Furcht vor Spinnen seien am weitesten verbreitet.

Insgesamt sind inzwischen mehr als 400 solcher Angststörungen dokumentiert. „Einfache Phobien, die sich auf ein Objekt richten, sind das kleinste Problem“, erklärt Prof. Broocks. „Patienten mit einer Spinnenphobie oder einer einfachen Höhenangst suchen relativ selten ärztliche Hilfe“ – schließlich sind die Ursachen der Angst ja auch einfach zu vermeiden.

Schwerwiegender, so der Mediziner, seien Panikstörungen in Verbindung mit Platzangst und sozialen Phobien – beispielsweise in der Öffentlichkeit zu sprechen. Etwa sechs Prozent aller Deutschen leiden unter Panikstörungen, 2,7 Prozent fürchten soziale Situationen und zwei Prozent machen sich extreme Sorgen um eine Vielzahl alltäglicher Gefahren – das nennt man dann generalisierte Angststörung. Zur Behandlung gibt es verschiedene Wege: Psychotherapeutische Methoden, vor allem die Verhaltenstherapie, haben sich bewährt. Auch Medikamente können sinnvoll sein, sollten aber nicht die erste Wahl darstellen. Eine Kombination verschiedener Methoden ist ebenfalls denkbar. Professor Broocks selbst untersuchte auch die therapeutischen Effekte von körperlichem Training auf angstgestörte Patienten erfolgreich. Eine Heilung ist also prinzipiell möglich, aber nicht garantiert. Linderungen der Symptome jedoch schon.

Bei einfachen Phobien, an denen etwa 10 Prozent der Bevölkerung leiden, reicht oft die Konfrontation, um die Angst zu lindern. Und das, obwohl die fachspezifische Palette dabei von Ablutophobie, der Angst sich zu waschen, bis zur Zoophobie, der Angst vor Tieren, reicht. Dazwischen findet sich fast die komplette menschliche Lebenswelt mit allem, was darin vorkommt. Sei es die Dunkelheit, die Luft, offene oder geschlossene Räume, Lärm, Sex, Tod, die Götter, Verwandte, Fremde oder Lebewesen im Allgemeinen. Wir haben für Sie einige der kuriosesten Phobien zusammengestellt. Bei allem Schmunzeln sollten Sie aber nicht vergessen, dass auch die seltsamsten Ängste Betroffenen das Leben schwer machen können.

Kennen Sie sich mit Phobien aus? Testen Sie Ihr Wissen im Quiz

 
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