Osnabrück: Kleinflugzeug stürzt ab : Flüchtling ist „Held des Tages“

Beim Absturz sind zwei der vier Insassen schwer verletzt worden.
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Beim Absturz sind zwei der vier Insassen schwer verletzt worden.

Kurz nach dem Start stürzt eine Propellermaschine in Osnabrück ab. Hassanien Salman eilt aus einer Flüchtlingsunterkunft zum Unglücksort und leistet erste Hilfe.

svz.de von
10. März 2016, 21:00 Uhr

Beim Absturz einer kleinen Propellermaschine kurz nach dem Start in Osnabrück sind die vier Insassen verletzt worden. Zwei Männer wurden schwer und zwei leicht verletzt, wie Polizeisprecherin Anke Hamker am Donnerstag sagte. Das Unglück ereignete sich gegen 11.05 Uhr, als die 1989 gebaute zweimotorige Maschine vom Typ Piper 34 T auf einem Geschäftsflug nach Braunschweig war.

Das Flugzeug stürzte auf dem Gelände einer früheren Kaserne auf einem freien Feld ab. Auf dem Areal sind Flüchtlinge untergebracht. Der aus dem Irak stammende 34 Jahre alte Tierarzt Hassanien Salman eilte nach dem Unglück aus seiner Unterkunft, leistete Erste Hilfe und barg zwei Verletzte aus dem Flugzeugwrack.

Nach dem Absturz der Maschine habe er schnell einen Freund geholt, berichtete Salman dem NDR auf Englisch. „Wir waren in der Kabine, haben zwei Personen da drinnen geholfen. Ich habe Erste Hilfe geleistet. Ich kenne mich damit aus, bin Tierarzt. Nach zehn Minuten kam die Polizei. Wir haben weiter geholfen, wo wir konnten.“ Etwa nach 15 bis 20 Minuten sei der Krankenwagen eingetroffen.

„Er ist der Held des Tages“, sagte Polizeisprecherin Hamker über Salman. Der Mann sei gerade aus der Dusche gekommen und habe bei frostigen Temperaturen in kurzen Hosen geholfen. Dank habe er abgelehnt, sagte Hamker: „Er sagte nur, dass er Menschen in Not geholfen habe.“ Angaben zur Absturzursache konnte Hamker zunächst nicht machen. Der 35 Jahre alte Pilot gelte als erfahren. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden leichtverletzten Männer sind 50 und 58 Jahre alt. Das Alter des vierten Mannes war zunächst unbekannt. Die Feuerwehr sicherte die Absturzstelle, weil aus dem Wrack Kraftstoff austrat. Experten der Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchungen nahmen Ermittlungen auf.

Das Flugzeug war kurz vor dem Absturz auf dem wenig entfernten Flugplatz Atterheide gestartet. Ein Augenzeuge berichtete der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass die Maschine sehr dicht über die Häuser geflogen sei, so dass er Sorge hatte, das Flugzeug könnte ein Dach streifen. Ein anderer Zeuge sagte der Zeitung: „Das hörte sich an wie bei einem Start, wie Vollgas.“ Laut Zeitung könnten dies Hinweise darauf sein, dass der Pilot eine Notlandung auf dem Feld versuchte.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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