Symbol der Flut : Fischbeck ist heute eine Baustelle

Aufbauarbeiten in der Kabelitzer Straße in Fischbeck
Aufbauarbeiten in der Kabelitzer Straße in Fischbeck

Der gigantische Deichbruch von Fischbeck steht für das Elbhochwasser 2013 – die Aufräumarbeiten dauern weiter an

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10. Juni 2015, 06:30 Uhr

Eine komplette Straße, das Vereinshaus, der Deich, die Feuerwehrwache - wenn Bürgermeister Bodo Ladwig zwei Jahre nach der Flut durch sein Fischbeck fährt, sieht er Baustellen über Baustellen. Optimistisch war Ladwig noch, als er kurz nach dem Dammbruch vom 10. Juni 2013 sagte, das in Schlamm- und Wassermassen ertränkte Fischbeck werde wieder aufgebaut, schöner als es je war. Heute sagt er: „In fünf Jahren ist es vielleicht so weit.“

Fischbeck ist so etwas wie das Synonym für die Flut 2013 geworden. Nach dem Deichbruch lief die ganze Elbe-Havel-Region voll wie eine Badewanne. Milliardenschwere Schäden gab es landesweit. Inzwischen arbeitet schweres Baugerät am neuen Deich.

An der Haustür von Karin Standke hängt in 80 Zentimetern Höhe ein Metallschild: „Hochwasser Elbe 10. 6. 2013“. Die 74-Jährige kann den Tag ohnehin nicht vergessen. „Besucher können es sich gar nicht richtig vorstellen“, sagt sie. Die stinkende Brühe mit Erdreich und Unrat stieg hoch und höher.

Karin Standke nahm trotz ihres Alters die Herausforderung an und baute ihr Elternhaus wieder auf. Wenn Frau Standke vor ihr Haus tritt, blickt sie auf eine komplett aufgerissene Straße, sie wird nach dem Hochwasser nun komplett erneuert. „Die Privaten sind mit der Schadensbeseitigung zu vielleicht 90 Prozent fertig“, schätzt Bürgermeister Ladwig. Wenn sie jedoch auf den Part der Kommune schauen, werden sie ungeduldig: Im Haus der Vereine sind innen blanke Wände zu sehen, Kegelbahn, Küche, Einrichtung – alles weg. Vor Kurzem sei mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses begonnen worden – fast zwei Jahre nach der Flut. Der Sportplatz ist noch im-mer nicht angefasst. Damit das Sportlerheim nicht zu schimmeln anfängt, haben sie außen schon mal den Putz abgeklopft. „Wir warten immer noch auf die Bewilligung“, sagt Ladwig.

Im Haus von Ladwig an der Hauptstraße sind große Risse. Ein Problem, das viele im Ort haben. Das Grundwasser geht zurück, es kommt zur Setzung. „Die Fachleute sagen, das ist mit zwei Jahren noch nicht abgetan.“ Gerade erst sei eine Familie zu ihm gekommen, die ihr Haus abreißen muss wegen der Spätschäden – es ist das 16. in der Gemeinde, das nicht mehr zu retten ist.

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