Studie zu Beamten : Faul und überbezahlt?

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Deutschlands Beamte und ihr Ansehen – neue Studie zum Öffentlichen Dienst

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24. August 2016, 12:00 Uhr

Was ist der Unterschied zwischen einem Holzschreibtisch und einem Beamten? Holz arbeitet. Beamtenwitze halten sich hartnäckig. Aber gelten die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes tatsächlich noch als faul und überbezahlt? Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes (dbb) beweist das Gegenteil.

Das Image des Beamten kann sich mehr und mehr sehen lassen. Hier habe es eine „nachhaltige Verbesserung“ gegeben, sagte gestern der Bundesvorsitzende des dbb, Klaus Dauderstädt, bei der Vorstellung der zehnten Forsa-Studie „Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2016“ in Berlin. Mehr als 70 Prozent der Befragten bewerten die öffentlich Beschäftigten als ‚pflichtbewusst‘, 65 Prozent halten Staatsdiener für ‚kompetent‘, 2007 sagten das nur 59 Prozent der Befragten. Was ihr Auftreten angeht, gibt es allerdings offenbar noch Luft nach oben, denn 42 Prozent der Befragen sind der Ansicht, dass Beamte ‚stur‘ sind (2007: 54 Prozent) und gut ein Drittel betiteln Beamte als ‚mürrisch‘ und ‚arrogant‘ (2007: 41 Prozent). Fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) sind zudem davon überzeugt, dass die Ausgaben für den öffentlichen Dienst angemessen sind. Und hier hat sich mächtig was getan, denn 2007 sah das nur ein gutes Drittel der Befragten so.

„Die Erfahrungen der Bürger gerade auch im letzten Dreivierteljahr mit der Bewältigung von Herausforderungen durch Migration und Terrorismus haben auch gezeigt, dass man sich auf den Öffentlichen Dienst verlassen kann“, so Dauderstädt. Das spiegele sich nun in der aktuellen Umfrage wieder.

Einen Widerspruch könne man aber seit Jahren sehen in der Bewertung der Beamtengruppe als Ganzes, „die nicht so gut dasteht“, und einzelner Berufsgruppen des Öffentlichen Dienstes. Beamte insgesamt lagen 2016 auf der Beliebtheitsskala bei 34 Prozent, Feuerwehrleute kommen dagegen mit 93 Prozent auf den ersten Platz, Ärzte, Kranken- und Altenpfleger folgen mit 87 Prozent. Steuerbeamte erreichen gerade mal 29 Prozent. Ganz unten auf der Beliebtheitsskala unter den Berufen stehen mit nur 9 Prozent Versicherungsvertreter.

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