Vorsicht im Weihnachtsgeschäft : Falschgeld überschwemmt MV

<p>Banknoten sollten aufmerksam geprüft werden, denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.</p>

Banknoten sollten aufmerksam geprüft werden, denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.

Zahl der Fälle hat sich 2015 fast verdreifacht.

svz.de von
26. November 2015, 06:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern taucht immer öfter Falschgeld auf. „Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 716 falsche Euro-Banknoten im Zahlungsverkehr registriert“, sagte Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA). Damit hat sich die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdreifacht. Der durch Falschgeld verursachte Schaden stieg gleichzeitig von 11    125 Euro auf 41  820 Euro.

Am häufigsten wurden 20-Euro-Blüten entdeckt. 335 falsche Zwanziger registrierte die Polizei im ersten Halbjahr. Das waren 248 mehr als im Vorjahreszeitraum. Zeitgleich verdoppelte sich die Zahl der falschen Fünfziger auf 306 angehaltene Scheine.

„Auffallend ist die Zunahme der Fälschungen im Bereich der 200-Euro-Banknote, die stückzahlenmäßig gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um mehr als das Achtfache angestiegen ist“, so Schuldt. 46 gefälschte Zweihunderte wurden festgestellt.

Selbst die neuen und angeblich fälschungssichereren Fünf-Euro- und Zehn-Euro-Scheine tauchten in MV als Blüten auf. So waren von den zwölf insgesamt festgestellten falschen Fünfern neun aus der neuen Serie. „Der überwiegende Teil der angehaltenen Falschnoten ist von hoher Qualität und wird in professionellen Druckverfahren hergestellt“, erläuterte Schuldt. Täuschend echt würden Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Hologramm und Mikroschrift imitiert. Das LKA in Hamburg sieht Italien als Hauptursprungsort für die Blüten. Die Region um Neapel gilt als Fälscher-Hochburg.

Im benachbarten Schleswig-Holstein ist die Entwicklung ähnlich. „Ein Grund dafür ist die leichte Verfügbarkeit von Falsifikaten im dunklen Teil des Internets, dem so genannten Darknet“, sagte LKA-Sprecher Stefan Jung in Kiel. Besondere Sorge bereite den Ermittlern, dass zunehmend Schüler und Auszubildende, die noch nie zuvor kriminell geworden sind, das Falschgeld im Darknet bestellen. Dort könnten Blüten in Paketen von bis zu 200 Stück zu 20 Prozent des Nennwertes erworben werden.

Wer Falschgeld verbreitet macht sich strafbar. Angenommene falsche Scheine werden nicht ersetzt. Darum warnt das LKA, besonders auch im Trubel des Weihnachtsgeschäft achtsam zu sein. „Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte zum Vergleich heranzuziehen“, riet Schuldt.

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