Nach Terroranschlag in Berlin : Fall Anis Amri: Ermittler übersehen Handyfotos mit Waffen

Polizisten stehen vor dem zerstörten Lkw am Weihnachtsmarkt in Berlin. Der Tunesier Anis Amri hatte das Fahrzeug absichtlich in die Menschenmenge gefahren.
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Polizisten stehen vor dem zerstörten Lkw am Weihnachtsmarkt in Berlin. Der Tunesier Anis Amri hatte das Fahrzeug absichtlich in die Menschenmenge gefahren.

Bei den Emittlungen zum Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ist eine weitere Panne bekannt geworden.

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27. November 2017, 13:13 Uhr

Knapp ein Jahr nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt ist eine weitere Ermittlungspanne bekannt geworden. Fotos, auf denen der islamistische Attentäter Anis Amri mit einer Waffe posiert, seien bei der Auswertung seines Handys wegen eines Datenfilters übersehen worden, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Düsseldorf. Es handele sich vermutlich um eine Gas- oder Schreckschusspistole.

Amris Mobiltelefon war Monate vor dem Anschlag in Berlin beschlagnahmt und ausgewertet worden. Darauf seien über 12 000 Mediendateien gespeichert gewesen. Wegen der Filtereinstellung seien Fotos mit schlechter Qualität nicht gesichtet worden, darunter sieben Bilder, die Amri mit Waffen zeigen. Zuvor hatte „Focus Online“ über die Panne berichtet.„Hier ist ein Fehler passiert, der nicht hätte passieren dürfen“, sagte Reul. Ob dies zu einer anderen Einschätzung Amris geführt hätte, könne er nicht sagen. Für einen Haftbefehl hätten die Fotos jedenfalls nicht gereicht. Die Daten hätten allerdings nicht nur dem nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA), sondern auch dem Berliner LKA und dem BKA vorgelegen.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet.

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