Terror in Brüssel: Der Morgen danach : Fahnder suchen überlebenden Attentäter

Die Polizei sucht gezielt nach einem Mann, der nach Angaben von Innenminister Jan Jambon mit zwei Selbstmordattentätern zum Flughafen gefahren war.
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Die Polizei sucht gezielt nach einem Mann, der nach Angaben von Innenminister Jan Jambon mit zwei Selbstmordattentätern zum Flughafen gefahren war.

Die Nacht haben Terrorfahnder in einem Brüsseler Wohnhaus nach Spuren gesucht. Der vielleicht entscheidende Hinweis kam von einem Taxifahrer

svz.de von
23. März 2016, 08:43 Uhr

Die belgischen Terrorfahnder konzentrieren sich nach den tödlichen Attentaten vom Dienstag auf die Suche nach einem flüchtigen Verdächtigen. Spezialisten hatten bis zum frühen Mittwochmorgen Spuren in einem Wohnhaus der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gesichert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fanden sie dort eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen.

Der IS hat sich zu den Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen und eine U-Bahn-Station bekannt. Die Explosionen hatten mindestens 34 Menschen getötet und etwa 230 verletzt.

Die Polizei sucht gezielt nach einem Mann, der nach Angaben von Innenminister Jan Jambon mit zwei Selbstmordattentätern zum Flughafen gefahren war. Eine Flughafen-Überwachungskamera hatte die drei Männer mit ihren Koffern gefilmt. Zwei von ihnen sprengten sich den Angaben zufolge in die Luft. 14 Menschen starben dabei, etwa 100 wurden verletzt. Die Bombe des dritten Mannes explodierte nicht.

Fotos der mutmaßlichen Täter: Foto: belgische Polizei
Fotos der mutmaßlichen Täter: Foto: belgische Polizei
 

Zu dem Haus in Schaerbeek führte die Fahnder der Tipp eines Taxifahrers. Er hatte die drei Männer nach Angaben des Senders VRT zum Flughafen gefahren. Dem Chauffeur sei aufgefallen, dass sich die Fahrgäste nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten. Außerdem hätten sie sich beschwert, dass nur drei ihrer fünf Koffer ins Taxi passten.

Völlig im Dunkeln blieb zunächst, wer die Bombe in der Brüsseler Metro ausgelöst haben könnte. Der Sprengsatz war in einer U-Bahn in der Station Maelbeek mitten im EU-Viertel explodiert. Dabei kamen 20 Menschen ums Leben, etwa 130 erlitten Verletzungen.

Der Bahnverkehr in Belgien rollte am Mittwoch wieder weitgehend normal an. Reisende müssten jedoch mit verstärkten Kontrollen rechnen, teilte die Bahngesellschaft SNCB-NMBS mit. Größere Einschränkungen gab es nach wie vor beim öffentlichen Nahverkehr in der EU-Hauptstadt. Der Brüsseler Flughafen blieb wegen der Untersuchungen am Tatort bis auf weiteres geschlossen.

Im Gedenken an die Opfer rief die Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus. In der Brüsseler Innenstadt legten Menschen Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Die Brüsseler Regionalregierung rief zu einer Schweigeminute am Mittwochmittag auf. Aus Solidarität mit den Opfern wurden zudem am Abend Wahrzeichen europäischer Hauptstädte in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet, darunter das Brandenburger Tor in Berlin und der Pariser Eiffelturm.

Eine eindeutige Verbindung zu den Terroranschlägen vom 13. November in der französischen Hauptstadt konnten die belgischen Ermittler zunächst nicht herstellen, wie Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw erklärte. Erst am Freitag war in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek Salah Abdeslam festgenommen worden. Dieser soll an der Pariser Anschlagsserie mit 130 Toten maßgeblich beteiligt gewesen sein.

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