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Fachtagung im Allgäu : Experten suchen Wege zur Abwehr ziviler Drohnen

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Hundertausende Drohnen schwirren an Deutschlands Himmel. Doch nicht nur Hobby-Piloten nutzen sie, auch Kriminelle interessieren sich dafür.

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 11:45 Uhr

Die Beliebtheit von zivilen Drohnen stellt die Sicherheitsbehörden zunehmend vor Probleme. Bei einer Tagung in Kaufbeuren im Allgäu wollen deshalb Experten über die Möglichkeiten der Abwehr von Drohnen diskutieren.

Nach Schätzungen gibt es inzwischen etwa 400.000 Drohnen in Deutschland - Tendenz stark steigend. Nicht nur für die Luftfahrt sind die kleinen Flugobjekte ein Risiko, wenn sie sich Passagiermaschinen nähern. Piloten meldeten im Jahr 2016 mehr als 60 gefährliche Begegnungen im deutschen Luftraum. Doch auch in der Stadt können abstürzende Drohnen zur Gefahr werden. Im November schlug im Olympiapark in München eine Drohne neben einer Familie ein.

Zudem schließen die Behörden nicht aus, dass Drohnen künftig für Terroranschläge eingesetzt werden könnten. Ein Vertreter der bayerischen Polizei wird daher bei der Tagung über die konkrete Bedrohungslage referieren.

Die Veranstaltung im Allgäu wird vom bayerischen Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Generalkonsulat Israels in München organisiert. Israelische Unternehmen gelten bei der Entwicklung von militärischen und zivilen Drohnen weltweit als führend. Die Veranstaltung soll daher auch zur Vertiefung von Kontakten zwischen Unternehmen aus Israel und dem Freistaat dienen.

Mehrere Anbieter wollen ihre Drohnenabwehr in Kaufbeuren praktisch demonstrieren. Auch die Telekom will ihr Anti-Drohnen-Angebot für Geschäftspartner vorstellen. Seit Ende 2016 bieten die Telekommunikationsspezialisten ein «Drohnenschutzschild» an. «Unternehmen mit kritischen Infrastrukturen, Rechenzentren, Stadien und Behörden können nun ihr Gelände gegen Überflüge der ferngesteuerten Flugobjekte absichern und somit Spionage, Schmuggel und Vandalismus vorbeugen», verspricht die Telekom.

Problemfall zivile Drohne

  • In Deutschland sind nach Schätzungen bereits etwa 400 000 Drohnen unterwegs. Experten erwarten, dass in drei Jahren die Millionengrenze überschritten ist. Es handelt sich häufig um ferngesteuerte Mini-Hubschrauber mit vier Rotoren. Viele davon haben Kameras an Bord, um Luftaufnahmen zu machen.
  • Für Probleme sorgen die privaten Drohnen insbesondere im Luftverkehr. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung hatten im vergangenen Jahr Piloten in mehr als 60 Fällen gefährliche Begegnungen mit Drohnen gemeldet, das waren fast fünfmal so viele Meldungen wie 2015. Auch Gefängnisse im In- und Ausland werden zunehmend vor Herausforderungen gestellt. Die Haftanstalten haben es mitunter mit Drohnen zu tun, die Handys oder Drogen einschmuggeln sollen.
  • Doch die unkontrollierte Vermehrung der Fluggeräte kann für jeden ein Risiko werden. So krachte vor knapp drei Monaten eine 1,7 Kilogramm schwere Drohne im Münchner Olympiapark neben einer Familie zu Boden. Der Pilot hatte sein Gerät ohne Erlaubnis über dem Olympiagelände geflogen, seine Drohne prallte in etwa 180 Metern Höhe gegen die Scheiben des Restaurants im Fernsehturm und stürzte ab.
  • Das Bundesverkehrsministerium will nun die Vorschriften für den Betrieb von Drohnen verschärfen. Nach dem kürzlich vorgestellten Entwurf sollen künftig alle Drohnen mit den Adressdaten des Besitzers ausgestattet sein. Die Flugverbotszonen sollen zudem ausgeweitet werden. Über Privatgrundstücken soll nur noch mit ausdrücklicher Einwilligung der Betroffenen geflogen werden dürfen.

>> Programm Drohnentagung
>> Drohnenschutzschild der Telekom
>> Unternehmen Dedrone zu Abwehrmaßnahmen
>> Geplante Drohnenverordnung

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