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Nach U-Boot-Drama vor Dänemark : Ermittler entdecken Blutspuren von Kim Wall im U-Boot

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Die schwedische Journalistin ist tot, ihr Körper wurde zerstückelt. Was geschah in dem U-Boot von Peter Madsen?

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2017 | 07:37 Uhr

Kopenhagen | Für die Polizei in Kopenhagen handelt es sich bei dem angespülten Frauen-Torso eindeutig um die Leiche der Journalistin Kim Wall. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte Polizeisprecher Jens Møller Jensen, mit Hilfe einer Zahn- und einer Haarbürste habe man einen DNA-Abgleich machen können. Zudem habe man Blut der Schwedin im U-Boot gefunden.

Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter erklärte die Kopenhagener Polizei die DNA-Proben stimmen mit der von Kim Wall überein:

 

Zur Todesursache könne man noch keine Angaben machen, sagte der Sprecher weiter, weil die Obduktion wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig sei. Die Rechtsmediziner hätten aber festgestellt, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Kim Wall befestigt gewesen sei, das ihn vermutlich am Meeresboden hätten halten sollen.

Der U-Boot-Eigner Peter Madsen, der wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung in Untersuchungshaft sitzt, sei noch nicht zu den neusten Ermittlungsergebnissen befragt worden.

Die Aussage des U-Boot-Bastlers

Madsen hatte zunächst ausgesagt, er habe die Journalistin nach ihrem Besuch wieder an Land abgesetzt, wenig später habe er technische Probleme mit seinem U-Boot bekommen. Es sank, und Madsen wurde gerettet. Doch die Polizei wurde misstrauisch und nahm den Erfinder fest. Der 46-Jährige steht im Verdacht, das Boot südlich von Kopenhagen absichtlich zum Sinken gebracht zu haben. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Später änderte er seine Aussage und räumte ein, die Journalistin sei bei einem Unglück an Bord zu Tode gekommen. Über die näheren Umstände wurde nichts bekannt. Anschließend habe er ihre Leiche in der Køge Bucht ins Wasser gelassen. Die Polizei hatte daraufhin eine große Suchaktion gestartet.

Am Montag fand schließlich ein Radfahrer einen Torso am südlichen Ufer der Kopenhagen vorgelagerten Insel Amager. Kopf, Arme und Beine fehlten, sie waren abgetrennt worden, wie Polizeisprecher Jens Møller Jensen am Dienstag sagte. Weitere Leichenteile wurden zunächst nicht gefunden.

Die 30-jährige Kim Wall war zuletzt am 10. August an Bord des privaten U-Boots „UC3 Nautilus“ gemeinsam mit Peter Madsen gesehen worden. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot- und Raketenbauer schreiben. Als sie sich in der Nacht nicht zurückmeldete, nahm die Familie Kontakt zu der Seerettung auf. Doch die Frau blieb verschwunden.

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