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Star Wars Episode VII : Er ist wieder da

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor langer Zeit, in einer Galaxie, weit, weit entfernt: Es ist die größte Filmsaga aller Zeiten und die längste dazu. Der Krieg der Sterne tobt seit 1976 auf 898 Kinominuten. 2017 und 2019 erscheinen Fortsetzungen.

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erstellt am 13.Dez.2015 | 09:00 Uhr

Drei Filme brauchte George Lukas, um das Böse zu erschaffen. Drei Filme später – oder auch davor, je nach dem, ob man die Chronologie der Saga oder die Produktionsdaten der Filme nimmt – geht Darth Vader in Flammen auf. Doch die Dunkle Seite der Macht ist nicht tot, denn dann wäre die Saga auserzählt. Kein Licht ohne Schatten, kein edler Ritter ohne Schurken, kein Gut ohne Böse: Nichts anderes als der Jahrtausende alte Wettstreit von Gut und Böse, von Hell und Dunkel, von Himmel oder Hölle ist Star Wars. „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“, lässt Johann Wolfgang Goethe seinen Mephisto reklamieren, bei George Lukas klingt es ähnlich: „Wenn Gut und Böse vermischt werden, verschwimmen die Dinge – es gibt nichts zwischen Gut und Böse, alles ist grau. In jedem von uns herrscht ein Gleichgewicht dieser Gefühle, und in Star Wars ist das Gleichgewicht zwischen allem der wichtigste Faktor. Es ist gefährlich, wenn dieses Gleichgewicht verlorengeht.“

Ob „Faust – der Tragödie erster Teil“, „Die Bibel“ oder die Verheißungen des Mahayana-Buddhismus – Star Wars erschuf eine eigene Werte-Galaxie „aus zivilisierteren Tagen“, wie Obi-Wan Kenobi später dem jungen Luke Skywalker erklären wird. Dass die Sternenkrieger jedoch im Universum in erster Linie Pflichtgefühl, Ehre und Tradition aufleuchten lassen, ist kein Zufall. George Lucas ließ sich beim Ur-Drehbuch eben nicht von „einer Galaxie, weit, weit entfernt“ inspirieren, sondern vom Samurai-Klassiker „Die verborgene Festung“ des japanischen Kult-Regisseurs Akira Kurosawa. So werden beide Geschichten aus der Sicht der scheinbar „unwichtigsten“ Figuren des Films erzählt (den Gaunern Tahei und Matashichi bzw. den Droiden C-3PO und R2-D2). Auch die Eingangssequenz (die beiden Gauner streiten sich in der Wüste) und die Schlussszene (in der sie von der vor ihnen thronenden Prinzessin Yuki und den sie flankierenden Generälen ihre Belohnung erhalten) findet sich im „Krieg der Sterne“ mit Prinzessin Leia wieder. Selbst die für Kurosawa typische Wischblende, bei der zur nächsten Szene nicht abrupt geschnitten, sondern sanft überblendet wird, so dass für kurze Zeit Teile beider Bilder zu sehen sind, wurde von George Lucas für sein Sternen-Epos übernommen.

Nicht zuletzt wirken die dem Spirituellen zugewandten Jedi wie per Transporterstrahl in eine entfernte Galaxie verfrachtete Schwertkämpfer, während die in Reih und Glied marschierenden Klonkrieger einem deutschen Ritterorden entsprungen scheinen.

Was im Sommer 1973 auf 14 mit Bleistift beschriebenen A4-großen Drehbuchseiten begann, gilt heute als das finanziell erfolgreichste Filmprojekt aller Zeiten. Im Jahr 2005 schätzte das Forbes Magazine die durch Star-Wars-Merchandising über 28 Jahre erwirtschafteten Einnahmen auf über 20 Milliarden US-Dollar. 2012 verkaufte der Star Wars-Schöpfer sein Filmimperium an Walt Disney – für 4,05 Milliarden Dollar. 22 Mal waren die bisherigen sechs Filme für den Oscar nominiert, sieben Goldjungs schmücken die Trophäensammlung von Georg Lucas. Dazu kommen allein fünf Grammys und ein Golden Globe für die Filmmusik.

Ein Ruhmes- und Geldsegen, vom dem auch die Schauspieler profitierten und der einige zerstörte. Harrison Ford arbeitete als Kulissentischler, als er von Lucas für die Rolle des Han Solo entdeckt wurde. Der heutige Weltstar und Gagen-Millionär kassierte als Raumrebell gerade mal 1000 Dollar pro Woche. Carrie Fisher stürzte der Ruhm als Prinzessin Leia in tiefe Drogenprobleme, die sie später mit einer Autobiografie „Grüße aus Hollywood“ (1989 mit Meryl Streep, Shirley MacLaine und Dennis Quaid verfilmt) und einer One-Woman-Show „Wishful Drinking“ verarbeitete. Für ihren Auftritt in Episode VII musste die 59-Jährige eine strenge Diät machen. „Sie wollten nicht alles von mir engagieren – sondern nur Dreiviertel“, klagte die Schauspielerin dem britischen Magazin „Good Housekeeping“. Darauf habe sie angefangen, weniger zu essen und mehr Sport zu treiben. „Ich arbeite in einem Beruf, in dem es ausschließlich um Gewicht und Aussehen geht. Das ist so bescheuert. Sie hätten auch sagen können, ich solle jünger werden. Das ist genauso einfach.“

Weniger einfach ist es, die Geschichte von Luke, Leia und Han weiterzuerzählen. Bislang ist wenig vom „Erwachen der Macht“ bekannt: 30 Jahre nach der Rückkehr der Jedi-Ritter, dem Tod von Darth Vader und der Vernichtung des zweiten Todessterns scheint die Befreiung von der Terrorherrschaft nicht vollends gelungen. Die Resistance (vormals die Rebellion) liegt noch mit einer Nachfolgeorganisation des Imperiums namens „First Order“ (Erster Orden) im Krieg. Einem Helden-Trio, bestehend aus dem desertierten Sturmtruppler Finn, der sonst zurückgezogen lebenden Rey, die auf dem Wüstenplaneten Jakku vom Ausschlachten alter Raumschiffwracks lebt, und dem Resistance-Piloten Poe Dameron stehen den Schurken des Ordens gegenüber, zu denen der Anhänger der dunklen Seite der Macht Kylo Ren gehört. Das Böse ist wieder da – möge die Macht mit uns sein.

 

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