zur Navigation springen

Geschmacks-Test : Einhorn-Chips? Bitte nicht!

vom

Von und mit dem Einhorn gibt es alles. Jetzt sollen auch noch Chips mit dem gehörnten Tier die Massen beflügeln. Leider schmecken sie grauenhaft. Eine Stilkritik.

Es gibt Einhorn-Wurst, Einhorn-Schokolade, Einhorn-Latte, Einhorn-Gummitiere. Einhorn-Toilettenpapier, Einhorn-Kondome, Einhorn-Hausschuhe undsoweiterundsofort. (Weiterlesen: Wie kam es eigentlich zum Einhorn-Hype?)

Nun soll es auch noch Einhorn-Chips geben.

Warum denn nicht. Ist doch süß!

Klar, ist ja ein Einhorn-Bild drauf. *gähn* Doch das „süß“ ist auch das Problem des Produkts ...

Wieso?

Die Chips schmecken unangenehm süß und hinterlassen dabei ein seltsames Gefühl im Mund. Der Hersteller nennt das „zauberhafte Himbeer-Brause“. Die Herstellung des Geschmackes ließe sich aber auch so beschreiben: Man nehme eine Packung Himbeer-Ahoibrause und streue sie auf ungesalzene Kartoffelchips.

Oha. Klingt eher ungewöhnlich als zauberhaft! Schmeckt auch so. Probierende Kollegen verzogen beim Testen mindestens den Mund, wenn nicht gleich das ganze Gesicht. Oftmals folgten dann nicht jugendfreie Flüche und missbilligende Geräusche.

Keiner mochte sie?

Nun, einer fand sie „nicht so schlimm“, da er bei dieser Sorte wenigstens nicht so oft zugreifen müsse und dadurch seine schlanke Figur nicht gefährde. Der Rest war tatsächlich angewidert.

Sind die Einhorn-Chips wenigstens rosa und in Einhornform? Nope. Sie sehen aus wie stinknormale Chips. Andererseits ist die herstellende Firma wenigstens in der Geschmacksauswahl konsequent: Statt einfach ein Einhorn auf irgendein beliebiges Produkt zu kleben, hat sie sich für einen wirklich ganz anderen Chipsgeschmack entschieden.

Und wer sollte sie kaufen? Gute Frage. Kinder vermutlich. Oder Menschen, die alles kaufen, wo ein Einhorn drauf ist.

Warum gibt es sie dann überhaupt?

Ganz profan: um Geld zu machen. Und das klappt eben gut, wenn man auf den immer noch galoppierenden Einhorn-Hype aufspringt.

Ritter Sport beispielsweise landete mit seiner limitierten Einhorn-Schokolade vor einigen Monaten einen PR-Coup, von dem jedes Unternehmen nur träumen kann: Die „magischen“ Schoko-Quadrate der limitierten Edition waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, auf Online-Portalen verlangen Anbieter horrende Summen für die seltenen Einhorn-Tafeln.

Also geht es mal wieder um schnöden Kommerz? Die hinter der Marke Funny-Frisch stehende Firma Intersnack begründet die Produktentstehung natürlich anders, nämlich mit der freien Entscheidung ihrer Konsumenten. Daher lässt sie diese seit Ende April auf ihrer Facebook-Seite über neue Chipssorten abstimmen.

 

Nur des Interesses halber: Was gab es denn noch für Sorten? Sechs eher deftige Geschmacksrichtungen, nämlich Chicken süß-sauer, Knoblauch, Hamburger, Döner Kebab, Guacamole und Chili. Und drei süße: Schokolade, Cola und Einhorn. In die Endrunde haben es Chicken süß-sauer, Knoblauch und eben das unvermeidbare Einhorn geschafft.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Man konnte sich auf Facebook als Wähler bewerben. 3333 dieser Bewerber dürfen nun bis zum 22. Juni 2017 ihre Stimme für eine der drei Sorten abgeben.

Haben die Einhorn-Chips überhaupt eine Chance? Wahrscheinlich nicht. Darauf lassen auch die Kommentare auf der Facebook-Seite von Funny-Frisch schließen: „Keiner will Chips mit Himbeergeschmack“, ist dort der Tenor. Zudem müssen sie sich gegen die zwei anderen, klassischeren Sorten durchsetzen.

Aber was passiert dann mit den schon produzierten Chips? Vermutlich werden diese als „limitierte Sonderedition“ an unerschrockene Konsumenten verkauft.

Praktisch! Und wann endet der Einhorn-Hype endlich? Eine gute Frage! Wohl nie, egal was da noch für unnötige Produkte auf uns zukommen werden ...

zur Startseite

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 11:29 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen