Neue ZDF-Neo Serie : Ein Hospital im Zeitenwandel

The Knick: Algernon Edwards (Andre Holland, 2. v.r.) muss sich im Operationssaal bewähren.
The Knick: Algernon Edwards (Andre Holland, 2. v.r.) muss sich im Operationssaal bewähren.

ZDF neo zeigt mit der TV-Serie „The Knick“ den Krankenhaus-Alltag um 1900. Spannende Szenen aus der medizinischen Forschung.

svz.de von
08. August 2016, 12:00 Uhr

Im Jahr 1900 erlebt New York einen großen Aufschwung. Immer mehr Menschen drängen in die Stadt, viele von ihnen sind Einwanderer aus Europa. Die dichte Besiedlung des Stadtgebiets, die vielerorts ärmlichen Verhältnisse und hygienische Mängel sind eine Brutstätte von Krankheiten, Seuchen und Tod.

In diesem Umfeld spielt die US-Serie „The Knick“. ZDF neo startet am 9. August um 22.30 Uhr die zweite Staffel mit zehn neuen Folgen. Unter der Regie des Oscar-prämierten Regisseurs Steven Soderbergh ging die Krankenhausreihe in den USA erstmalig im August 2014 auf Sendung. Sie wurde ein großer Erfolg. Neben Nominierungen für den Golden Globe und den Emmy konnte „The Knick“ bereits 2014 den Preis als beste Drama-Serie abräumen.

Ein Jahr später fand die erste Staffel auch in Deutschland großen Zuspruch. „The Knick“ hat tatsächlich alles, was eine gute TV-Serie braucht, um den Zuschauer gebannt an den Bildschirm zu fesseln. Eine spannende Geschichte, eine beeindruckende Kulisse, erstklassige Schauspieler, allen voran ein großartiger Clive Owen, der die perfekte Besetzung für den narzisstischen Dr. Thackery ist.

Das Knickerbocker-Krankenhaus liegt in einem Arbeiterviertel. Viele der Hilfe suchenden Patienten haben kein Geld, um ihre Behandlung zu bezahlen. Deshalb überlegt das Direktorium, das privat finanzierte „Knick“ aufzugeben und ein neues Spital im sozial besser gestellten Uptown zu bauen. Der Patriarch Captain Robertson hat sein Vermögen als Kaufmann erworben und unterstützt das „Knick“ großzügig. Dennoch reicht das Geld dort oft hinten und vorne nicht.

Im Hospital arbeitet der geniale Arzt und Chirurg Dr. John Thackery, leider funktioniert er nur auf Speed. So verbringt er seine Nächte oftmals in den Opiumhöhlen von Chinatown. Zu seinem Team gehören sein Protegée Dr. Everett Gallinger (Eric Johnson), der junge Assistenzarzt Dr. Bertram „Bertie“ Chickering Jr. (Michael Angarano) sowie Algernon Edwards (Andre Holland), der Thackery jüngst aufgedrückt wurde. Der afro-amerikanische Arzt hat in Harvard studiert und muss mit dem auch in New York City allgegenwärtigen Rassismus kämpfen.

Die neue Staffel beginnt mit einem „Kalten Entzug“. Dr. Everett Gallinger besucht Thackery in der Privatklinik und stellt fest, dass Thackery immer noch kokainsüchtig ist. Kein Wunder: In der Klinik wird die Sucht mit Heroin behandelt. Gallinger hat Erfahrung mit zweifelhaften Behandlungsmethoden, und so entführt er Thackery in seinem Segelboot auf den Atlantik – zu einem im wahrsten Sinne des Wortes „kalten Entzug“. Danach wagt der „Geheilte“ beruflich einen neuen Anfang. Kein Opfer ist ihm zu groß, um die Leben seiner Patienten zu retten und seinen persönlichen Ruhm zu mehren.

Auch in den neuen Folgen mischt die Serie den dramatischen Alltag im Krankenhaus mit den schwierigen privaten Problemen der einzelnen Charaktere in einer perfekten Kombination. Es besteht ein ausgewogenes Verhältnis, im Zentrum aber steht die Forschung und der Fortschritt in der Medizin, damals, als das Penicillin noch nicht entdeckt war. Blutige Operationsszenen gehören einfach dazu.

Turbulent gestaltet sich das Privat- und Berufsleben von Thackerys Kollegen. Bertie findet, von Schwester Lucy zurückgewiesen, in der Journalistin Genevieve eine Frau auf Augenhöhe. Sie interessiert sich nicht nur für seine Person, sondern auch für seinen Beruf. Zeitweise arbeitet er nun am Mount Sinai-Krankenhaus.

Auch wenn dort strenge Regeln herrschen, sucht man nach innovativen Heilungsmethoden, Bertie lernt Dinge, von denen Thackery nach seiner Rückkehr ins „Knick“ nur profitieren kann. Dr. Gallinger schiebt seine Frau Eleanor in eine psychiatrische Klinik ab und tröstet sich mit seiner Schwägerin Dorothy. Beruflich strebt er danach, stellvertretender Chefarzt zu werden.

Renate Kruppa


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