Der Hobbit : Ein filmisches Feuerwerk

Im letzten Teil seiner Hobbit-Trilogie gehen Peter Jackson die Ideen aus.

svz.de von
10. Dezember 2014, 20:45 Uhr

Und dann ist es doch passiert. Man hat sich ja immer gefragt, woher der Elbe Legolas die vielen Pfeile hat, die er permanent verschießt. Nun greift der Bogenschütze in seinen Köcher – der überraschend leer ist. Ähnlich geht es auch Regisseur Peter Jackson, dem im finalen Teil der „Hobbit“-Trilogie das Pulver ausgeht. Er versucht die Stagnation mit quantitativen Mitteln zu kompensieren: In „Die Schlacht der fünf Heere“ gibt es noch mehr Kämpfe als in den vorigen Filmteilen. Allmählich verliert man aber den Überblick: Wer kämpft gegen wen? Und warum?

    Rasante Kamerafahrten, deren sogartige Dynamik durch den 3D-Effekt unterstrichen wird, katapultieren den Zuschauer mitten hinein in ein verwirrendes Labyrinth aus Kanälen und verwinkelten Holzhäusern, die so detailverliebt ausgestattet sind, dass man sich nicht satt sehen kann - zunächst. Doch kaum ist der eigentlich unbezwingbare Drache besiegt, tritt der Film auf der Stelle. Das mag auch an der überbordenden Fülle des Personals liegen.

    Visuell ist „Die Schlacht der fünf Heere“ beeindruckend. Überzeugend sind einmal mehr die traumhaften Landschaftspanoramen, die mit einer sehr beweglichen Hubschrauberkamera fotografiert sind. Mit einer eigenen Ästhetik schafft Peter Jackson die Anmutung einer vorzeitlichen, mythologischen Welt. Das ist großes Kino – doch mit der Dramaturgie hapert es. Sie erinnert mehr ans Fernsehen: Ständig geschieht etwas, aber es geht nicht wirklich voran.

    Also: Jetzt ist es wirklich genug. Schluss mit Hobbit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen