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Tomatenkrieg in Spanien : Ein Dorf sieht rot

vom
Aus der Onlineredaktion

Die größte Lebensmittelschlacht der Welt

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Mit einer Feuerwerksrakete, die mit lautem Knall explodiert, beginnt der Krieg. „Tomaten, Tomaten, wir wollen Tomaten“, singen tausende Menschen auf dem Dorfplatz des spanischen Ortes Buñol. Und schon biegen sieben schwere Lastwagen um die Ecke und laden tonnenweise die roten Wurfgeschosse ab. Noch bevor die Lkw ihre Tomatenberge ganz abgekippt haben, werden die Laster von übermütigen Festteilnehmern geentert, um von der Ladefläche aus das rote Gemüse aufs jubelnde Volk zu werfen. Und schon sieht das ganze Dorf rot.

Die Grundregeln dieser Schlacht sind ziemlich einfach: Der Tomatenkampf dauert eine Stunde. Und als Wurfgeschosse sind nur reife Tomaten erlaubt. Rund 160 Tonnen wurden dieses Mal in dem inzwischen weltweit berühmten Tomatenkrieg verschossen. Damit ist diese Fiesta laut dem Guinness-Buch der Rekorde offenbar die größte Lebensmittelschlacht der Welt.

Der Bauernort Buñol, in dem 10 000 Menschen wohnen, liegt etwa 40 Kilometer westlich der spanischen Mittelmeerstadt Valencia. Der Tomatenkrieg mit dem Namen „Tomatina“ ist der Höhepunkt des jährlichen Dorffestes.

„Tomates, tomates“, wird immer wieder gerufen. Um Verletzungen zu vermeiden, müssen die Tomaten vor dem Wurf erst zerdrückt werden. Viele Festteilnehmer schützen sich trotzdem noch mit Schwimmbrillen, Helmen oder Schals.

Die „Tomatina“ ist inzwischen so populär, dass immer mehr Touristen zur Tomatenschlacht kommen. Schon vor einigen Jahren musste deswegen die Zahl der Teilnehmer auf 22 000 begrenzt werden. Zudem müssen all jene Tomatenkrieger, die nicht aus dem Dorf stammen, zehn Euro Teilnahmegebühr zahlen. 60 Minuten nach Beginn der Tomatenfiesta hat sich der Marktplatz des Dorfes rot gefärbt. Knietief stehen die Kämpfer im roten Matsch. Von Kopf bis Fuß mit Tomatenpüree bedeckt. Auch Hausfassaden, Laternen und Springbrunnen sind eingefärbt.

Zum Ende der Schlacht rückt die Dorffeuerwehr an und spritzt die Menschen, Straßen und Hausfassaden ab. Am Ortsrand stehen zudem Duschen für die Teilnehmer.

In Buñol wehrt man sich gegen den immer wieder aufkommenden Vorwurf, dass hier Lebensmittel verschwendet werden. Ein Sprecher des Rathauses versichert, dass es sich bei den Tomaten um Ausschussware handele.
 

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