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Abschied von Fritz Sdunek : „Du hast uns Dein Herz geschenkt“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei einer bewegenden Trauerfeier nehmen Familie, Freunde und Weggefährten in Hamburg Abschied von Box-Trainer Fritz Sdunek

von
erstellt am 11.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Vitali Klitschko kämpfte bei seiner Abschiedsrede für den toten Meistertrainer Fritz Sdunek mit den Tränen. „Wir verlieren einen Teil von uns selbst, wir fühlen uns einsam“, sagte der frühere Box-Weltmeister am Sonnabend in Hamburg bei der bewegenden Trauerfeier für den Coach, der zwei Tage vor Heiligabend im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes verstorben war. 500 Gäste hatten sich auf dem Friedhof Ohlsdorf versammelt, unter ihnen auch frühere Champions wie Dariusz Michalczewski und Henry Maske. Einstige Schweriner Weggefährten um seinen früheren Schützling, späteren Kollegen beim Hamburger Universum-Profistall und heutigen Cheftrainer des Schweriner Olympiastützpunktes Schwerin, Michael Timm, hatten extra einen Bus geordert, um ihrem Trainer, Freund und Kollegen die letzte Ehre zu erweisen.

 

In einem Boxring stand in der Trauerhalle der Sarg, daneben ein 1,70 Meter großes Foto des toten Coaches. Die Kränze seiner Frau, der beiden Kinder und der Enkel umrahmten den Sarg. In seiner Trauerrede betonte Klitschko, wie viel er in 18 Jahren mit seinem Trainer erlebt hat – Siege und Niederlagen. „Er war ein guter Mensch – hat alles mit dem Herzen gemacht“, sagte Klitschko und erklärte: „Fritz, du bist ein Vater für mich und meinen Bruder geworden in den letzten Jahren.“ Er dankte – auch im Namen seines Bruders Wladimir – dem ehemaligen Coach: „Du hast uns Dein Herz geschenkt.“

Eineinhalb Stunden dauerte die Feier – nur engste Wegbegleiter wurden angesichts des großen Andrangs in den 250 Besucher fassenden Saal gelassen. Für die übrigen Trauergäste wurde das Geschehen in angrenzende Hallen übertragen. Mit Glockenschlägen wurde symbolisch Sduneks letzter Kampf beendet.

„Er war ein großer Teil meines Lebens“, sagte der ehemalige Weltmeister Michalczewski nach der Trauerfeier. „Er hat mir persönlich als Mensch sehr viel gegeben“, sagte Sauerland-Trainer Ulli Wegner über Sdunek, mit dem er zu DDR-Zeiten ein Zimmer in Trainingslagern teilte.

Im engsten Familienkreis soll die Beisetzung zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Ein Paar Boxhandschuhe, auf denen 15 Schützlinge und Trainer ihre Namen hinterlassen hatten, sollen ihm bei der Feuerbestattung mitgegeben werden. Sdunek, der als DDR-Trainer beim SC Traktor Schwerin Andreas Zülow 1988 zum Olympiasieg führte, feierte als Profi-Coach mit den Klitschkos und „Tiger“ Michalczewski seine größten Erfolge. Vitali Klitschko betreute er bis zu dessen Karriereende, dessen Bruder Wladimir war bis 2004 Schützling des bescheidenen Vorpommern. Seit der Trennung von Universum 2010 war Sdunek freiberuflich als Coach tätig. Stellvertretend für Familie oder Weggefährten galten die Worte Vitali Klitschkos: „Fritz, du bist nicht gestorben, du bleibst bei uns, in unseren Gedanken an Dich.“

 

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