Schreckensszenario : Droht im Sommer eine Prosecco-Krise?

Prosecco
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Vor der Cocktail-Saison sollen Prosecco-Hersteller Lieferprobleme haben

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06. Juni 2015, 16:00 Uhr

Es wird richtig heiß, aber für den Sommercocktail Hugo oder den Aperol Spritz fehlt der Prosecco: Was für ein Schreckensszenario. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Großbritannien und den USA geistert derzeit die Botschaft herum, dass in diesem Sommer das beliebte Perlgetränk aus Italien knapp und somit teurer werden könnte.

Ausgangspunkt für das Zittern vor einer angeblichen Prosecco-Krise war ein rasch verbreiteter Artikel auf der Fach-Webseite „thedrinksbusiness.com“. Dort sagte der Exportmanager des Prosecco-Weinguts Bisol: „Letztes Jahr war die Ernte sehr schlecht, in manchen Teilen fiel sie um 50 Prozent geringer aus. Es besteht also die sehr reale Möglichkeit einer globalen Knappheit.“ Wegen der so großen Nachfrage drohten Preissteigerungen bis zu 50 Prozent. Zwischenhändler verheimlichten die wahren Bestände, so dass niemand wisse, wie viel Prosecco es wirklich gebe. Laut italienischem Agrarverband Coldiretti fiel die gesamte Weinlese im vergangenen Jahr wegen des verregneten Sommers so schlecht aus, wie seit etwa 65 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig habe es in den ersten beiden Quartalen 2015 einen Export-Rekord bei italienischen Schaumweinen gegeben, so ein Verbandssprecher. „Das betrifft aber nicht nur Prosecco, sondern alle italienischen Schaum- und Perlweine.“ Vor allem in den USA und Großbritannien – wichtigste Exportmärkte neben Deutschland – sei der Absatz nach oben geschnellt. 2014 wurden etwa in Großbritannien 55 Prozent mehr Schaumwein als im Vorjahr gekauft. Prosecco ist billiger als Champagner und hat in Krisenzeiten Konjunktur. Selbst im Champagner-Land Frankreich sei der Absatz um 20 Prozent gestiegen. Die Lieferprobleme sollen vor allem den am weitesten verbreiteten Prosecco DOC (Denominazione di Origine Controllata) betreffen. Dieser muss in neun bestimmten Provinzen Norditaliens hergestellt werden, um die kontrollierte Ursprungsbezeichnung zu erhalten. Das Konsortium der Prosecco-DOC-Hersteller wehrt sich gegen Vorwürfe der absichtlichen Preistreiberei und verneint, die Vergabe von Anbauflächen nicht korrekt berechnet zu haben. Dies sei falsch und werde als Rechtfertigung mancher Unternehmen genutzt, die sich selbst bei den Lagerbeständen verkalkuliert hätten und nun mit den veränderten Kundenerwartungen konfrontiert seien. Prosecco sei kein künstliches, unbegrenzt erhältliches Produkt wie industriell hergestellte Getränke, so eine Mitteilung. Zwar sei die Ernte letztes Jahr nicht gut gewesen und die Produktion geringer als erhofft, sagte Konsortiums-Direktor Luca Giavi. Aber dieses Jahr gebe es keinen Prosecco-Mangel oder große Preissteigerungen. Laut Konsortium wurde letztes Jahr 27 Prozent mehr Prosecco produziert.

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