Katastrophenalarm in Bayern : Drei Tote bei Hochwasser in Bayern

Wassermassen wälzen sich durch die Innenstadt von Simbach am Inn.
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Wassermassen wälzen sich durch die Innenstadt von Simbach am Inn.

Dramatische Szenen in Triftern, Simbach und Tann. Das Wasser steht meterhoch, Menschen werden ausgeflogen. Drei Tote.

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01. Juni 2016, 19:07 Uhr

Land unter in Bayern: Der Landkreis Rottal-Inn hat wegen schwerer Überschwemmungen in mehreren Gemeinden Katastrophenalarm ausgelöst. Besonders betroffen sind nach Angaben der Behörden Triftern bei Pfarrkirchen und Simbach am Inn sowie die Gemeinde Tann. In einem Haus in Simbach entdeckten Taucher drei Leichen, teilten Polizei und das Landratsamt in Pfarrkirchen mit.

In Triftern wurden nach Polizeiangaben Menschen mit Hubschraubern von Hausdächern gerettet, in Simbach musste die Polizeidienststelle evakuiert werden. „Da steht das Wasser meterhoch“, sagte ein Polizeisprecher. Bilder kursieren auf Twitter. Hier soll Simbach am Inn zur Stunde zu sehen sein.

Insgesamt sind bei den schweren Unwettern und Hochwasser im Süden Deutschlands sieben Menschen ums Leben gekommen.

In Triftern wurde der Ortskern am Mittwoch überschwemmt. „Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell“, sagte Emil Bumberger von der Polizei in Pfarrkirchen. „Die Situation hat sich in den letzten Stunden dramatisch zugespitzt. Der ganze Ortskern wurde von dem Altbach überspült“, sagte der Bürgermeister von Triftern Walter Czech (CSU).

Bilder von Twitternutzern zeigen das Ausmaß der Überflutungen in Simbach und Triftern.

Kinder in Schule eingeschlossen

Von den Wassermassen sind auch die Schule und die beiden Kindergärten von Triftern betroffen. „Etwa 250 Schulkinder sind noch in ihren Klassen. Zum Glück liegt das Gebäude aber auf einem Berg. Vielleicht müssen die Kinder aber die Nacht in der Turnhalle verbringen, weil die Zufahrtswege nicht passierbar sind“, erläuterte Czech. Es sei noch nicht klar, ob sie bis zum Abend nach Hause kommen könnten.

Eine Frau ist in ihrem Haus in Triftern eingeschlossen.
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Eine Frau ist in ihrem Haus in Triftern eingeschlossen.

 

Rettungshubschrauber seien im Einsatz, um von den Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten. Die Zufahrtsstraßen und Brücken sind überschwemmt. Verletzte habe es bislang aber nicht gegeben, betonte Czech. Neben zahlreichen Feuerwehren ist auch die Wasserwacht im Einsatz. „Alles, was wir verfügbar haben, ist im Einsatz“, hieß es vom Polizeipräsidium Niederbayern.

Rettungshubschrauber sind in Triftern im Einsatz, um vom Hochwasser eingeschlossene Anwohner zu befreien.
Foto: dpa

Rettungshubschrauber sind in Triftern im Einsatz, um vom Hochwasser eingeschlossene Anwohner zu befreien.

 

Ein Video eines Facebook-Nutzers zeigt das steigende Wasser in Triftern:

Und auch ein Youtube-Video der „Passauer Neuen Presse“ zeigt die Naturgewalten in Triftern:

Polizisten seien auch von Grenzübergängen abgezogen worden. Auch auf österreichischer Seite herrsche Alarmbereitschaft. Verletzte habe es bislang nicht gegeben, betonte der Bürgermeister. Neben zahlreichen Feuerwehren ist auch die Wasserwacht im Einsatz.

Erste Bewegtbilder gibt es auch aus der Gemeinde Tann.

In Regen wurde eine Schulklasse bei einem Bootsausflug vom Unwetter überrascht. 20 Kinder strandeten auf einer Insel und mussten gerettet werden. Ein Mädchen erlitt einen Schock, eins eine Unterkühlung. „Letztlich ist das aber glücklich ausgegangen“, sagte der Polizeisprecher. Zuletzt hatten erst in der Nacht zu Montag Unwetter gewütet und Wassermassen vor allem in Mittelfranken mehrere Orte überflutet.

Hintergrund: Die Städte Trifter, Tann und Simbach

Triftern ist ein Markt im Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern. Der Ort hat etwas über 5000 Einwohner und liegt nahe der Kreisstadt Pfarrkirchen.

Simbach am Inn ist der größte der drei am massivsten betroffenen Orte. 9690 Einwohner leben direkt am Inn, der die natürliche Grenze zum Nachbarland Österreich bildet. Braunau am Inn (Österreich) und Kirchdorf am Inn grenzen direkt an Simbach an. Von dem Hochwasser sind etwa 32.000 Menschen direkt oder indirekt betroffen. Das Rathaus im Jugendstil, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie St. Mariä Empfangnis sind vom Wasser bedroht.

Tann ist mit 3900 Einwohnern kleiner als Triftern und liegt etwa 13 Kilometer nordöstlich von Simbach. Die Stadt beherbergt mehrere kulturhistorisch wertvolle Gebäude, wie die klassizistische Pfarrkirche St. Peter und Paul oder den historischen Marktplatz im „Inn-Salzach-Stil“.

 

Auf einer Karte sind die betroffenen Orte zu sehen:

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