Meisterschaft der Bartträger : Drei Stunden für „Backenbart Freistil“

135 Männer nahmen an deutscher Bart-Meisterschaft teil.  Fotos: Christoph Schmidt
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135 Männer nahmen an deutscher Bart-Meisterschaft teil. Fotos: Christoph Schmidt

Bei der deutschen Meisterschaft der Bartträger wetteifern Männer mit Gesichtshaar

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07. März 2016, 12:00 Uhr

Sein brauner Bart hat eine Spannweite von 1,80 Meter. Doch sehen kann man das nicht direkt. Jürgen Burkhardt hat den Bart links und rechts zu fünffachen Spiralen aufgerollt. Der Schnurrbart ragt rund 30 Zentimeter zu den Seiten, waagerecht wie die Zöpfe von Pippi Langstrumpf. „Jeder Bart und jeder Mensch sind unterschiedlich. Man muss für einen bestimmten Bart der entsprechende Typ sein“, sagt der mehrfache Welt- und Europameister.

135 Männer sind vorgestern nach Schömberg, einem Örtchen zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb gekommen, um in 18 Kategorien anzutreten. Zu den drei Oberkategorien Schnauzbärte, Kinn- und Backenbärte sowie Vollbärte gibt es jeweils sechs Disziplinen – wie „Schnauzer Dali“, „Kinnbart Chinese“ oder „Vollbart Verdi“. Burkhardts Sparte: „Backenbart Freistil“. Da geht alles außer einem behaarten Kinn. Rund drei Stunden hat der 58-Jährige vorher seinen Bart frisiert. Im Alltag trägt er den Bart in zwei großen Rollen mit zehn Zentimetern Durchmesser.

Obwohl er schon alles gewonnen hat und einen Bartkulturclub mit fast 100 Mitgliedern führt, wippt er mit den Knien, bevor er auf die Bühne muss und sagt: „Man ist gespannt, was die Jury sagt.“ Die Männer müssen vortreten, strecken das Kinn vor, manchmal greifen die Richter in die Bärte, um zu prüfen ob alles natürlich ist.

Im internationalen Vergleich sind die Deutschen eigentlich die Bartträger-Nation Nummer eins. Doch die Amerikaner bereiten ihnen seit einigen Jahren Sorgen. Das Problem ist, dass die amerikanischen Bartträger viel jünger sind. Schon mit Mitte 20 haben manche lange Vollbärte, und da sei das Haar vitaler, sagt Burkhardt. Bei der vergangenen WM holten sie rund die Hälfte der Trophäen. „Das ist ein Generationswechsel, der in Deutschland noch nicht stattgefunden hat“, sagt er.

Burkhardt wird bei dieser deutschen Meisterschaft Dritter der Freistil-Backenbärte. Damit ist er zufrieden, ein Platz unter den ersten drei war sein Ziel: „Für das nächste Mal muss ich ein bisschen an der Feinjustierung arbeiten“, sagt er.

Nikolai Huland

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