Bräuche : Donauwalzer und zwölf Trauben

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Ob mit großem Getöse oder eher besinnlich – viele Länder haben spezielle Rituale, um das neue Jahr zu begrüßen

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31. Dezember 2013, 16:00 Uhr

Für die meisten Christen in aller Welt beginnt das neue Jahr am 1. Januar. Dieses Datum hatte Papst Innozenz XII. im Jahr 1691 festgelegt. Zum Teil feiern Menschen den Beginn des neuen Jahres allerdings auch zu anderen Zeitpunkten. Eine Auswahl internationaler Silvester- und Neujahrsbräuche:

BULGARIEN

Am Neujahrstag vertreiben die Menschen die bösen Geister. Als Ungeheuer verkleidete Männer, „Kukeri“, tanzen in großen Gruppen und schrecken Vampire ab. Mit angsteinflößenden Holzmasken und lautstarkem Läuten von Glocken, die an ihren tierähnlichen Fellkostümen hängen, wollen sie das Unglück verjagen. Damit sollen im neuen Jahr eine reiche Ernte und Wohlergehen gesichert werden.

DÄNEMARK

Die Dänen feiern Silvester mit Freunden, gutem Essen, Sekt und „Kransekage“, einer Art Baumkuchen, oft mit dänischen Fähnchen verziert. Auch Böller und Raketen gehören dazu. Ein großes Feuerwerk wird im Kopenhagener Freizeitpark Tivoli abgeschossen. Besonders Hartgesottene nehmen an Silvester ein Bad in den Hafenbecken der Hauptstadt.

GRIECHENLAND

Böller und große Feuerwerke sind zu Silvester in Griechenland nicht so verbreitet. Stattdessen spielen die Familien zu Hause Karten und andere Glücksspiele. Es gilt: Wer gewinnt, hat Glück das ganze Jahr hindurch. Wer verliert, hat Glück in der Liebe.

ÖSTERREICH

Bleigießen ist vor dem Jahreswechsel ebenso beliebt wie das Schenken von Glücksbringern wie kleinen Schweinchen oder anderen Figuren – auch aus Schokolade und Marzipan. Ein großes Feuerwerk um Mitternacht gehört in Österreich genauso zur Tradition wie ein Glas Sekt. Ist der Countdown zum neuen Jahr abgelaufen, schallt der Donauwalzer aus Fernsehen und Radio. Die Menschen tanzen ins neue Jahr. Wien verwandelt sich zur Partymeile und lockt mit einem Silvesterpfad jährlich bis zu 800 000 Menschen in die Innenstadt.

SPANIEN

In der Silvesternacht werden um Mitternacht die zwölf Glockenschläge einer Turmuhr auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid landesweit im Fernsehen übertragen. Zu jedem Glockenschlag essen die Menschen je eine Weintraube. Das soll für das neue Jahr Glück bringen.

TSCHECHIEN

Zu Silvester fließt der Schaumwein in Strömen. Dazu werden belegte kleine Baguettestücke gereicht, die „chlebicky“ heißen. Um Mitternacht ertönt im Fernsehen die Nationalhymne. Feuerwerkskörper verwandeln das Prager Stadtzentrum in einen Hexenkessel. Das professionelle Neujahrsfeuerwerk der Stadt Prag am 1. Januar lockt Tausende an die Moldau.

ÄTHIOPIEN

„Melkam addis amet!“: Die guten Wünsche zum neuen Jahr rufen sich die Menschen in der Landessprache Amharisch am 11. September (und in Schaltjahren am 12. September) zu. Das ostafrikanische Land folgt einer speziellen Variante des koptischen Kalenders und liegt rund siebeneinhalb Jahre hinter unserer Zeitrechnung. Derzeit schreiben die Menschen das Jahr 2006.

MALI

In dem überwiegend muslimisch geprägten westafrikanischen Land stehen zu Silvester vor allem Hühnchen auf dem Speiseplan. Während an anderen Feiertagen meistens Schafe für das Festessen geschlachtet werden, gibt es bei den Neujahrsfeiern Geflügel. Für viele Menschen ist das Luxus – aber um das neue Jahr gebührend zu begrüßen, ist es das vielen wert.

SÜDAFRIKA

Die Menschen am Kap starten mit Karneval ins neue Jahr. Höhepunkt ist am 2. Januar der bunte, von vielen Trommeln geprägte Umzug von Karnevalsgruppen durch Kapstadt. Das Spektakel der etwa 10 000 Teilnehmer in fantastischen Kostümen, Tanzgruppen, Bands und Chören geht auf den „Emancipation Day“ zurück – den Tag, an dem die Sklaven in Südafrika in den 1830er-Jahren freigelassen wurden. Meist säumen in Kapstadt mehr als 100 000 Menschen die Straßen.

MEXIKO

Wie die Spanier essen die Mexikaner mit den letzten Glockenschlägen vor Mitternacht zwölf Trauben. Jede Traube steht für einen Wunsch für das neue Jahr. An Neujahr tragen viele Mexikaner rote oder gelbe Unterwäsche – für Glück in der Liebe beziehungsweise für erfolgreiche Geschäfte. Außerdem stellen sie einen Koffer vor die Tür, der viele Reisen im kommenden Jahr bescheren soll.

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