Die Fahndung : Die Spuren führen wieder nach Belgien

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15. November 2015, 21:00 Uhr

Nur wenige Stunden nach den Anschlägen in Paris rückten die belgischen Anti-Terror-Einheiten in der 95  000 Einwohner großen Gemeinde Molenbeek ein. Sieben Personen seien festgenommen worden, hieß es gestern. Zumindest zwei der getöteten Attentäter hätten vorher in dem Ort nahe Brüssel gelebt. Das Bild, das die Erkenntnisse bisher ergeben, hat noch Lücken, aber es setzen sich mehr Puzzle-Teile zusammen: Demnach kamen drei Terror-Kommandos mit je einem schwarzen Seat, einem schwarzen VW-Polo und einem grauen Golf 3 (die letzten beiden mit belgischem Kennzeichen) in die französische Hauptstadt.

Ein Franzose, der seinen Wohnsitz in Brüssel hat, war ebenfalls am Wochenende auf französischem Boden nahe der belgischen Grenze aufgegriffen worden. Er wird verdächtigt, eines der Fahrzeuge gemietet zu haben, das im Umfeld der Anschlagsorte entdeckt worden war. Bei den Attentätern wurden syrische und ein ägyptischer Pass gefunden. Experten warnten vor voreiligen Schlüssen, weil solche Dokumente auch gefälscht sein könnten.

Große Sorgen bereitet den Behörden die Spur nach Belgien. In keinem anderen EU-Mitgliedstaat ist das Verhältnis von Dschihadisten zur Gesamtbevölkerung so hoch wie in Belgien. Rund 500 junge Männer und Frauen sollen es sein, die nach Syrien in den Krieg zogen und wieder zurückkehrten. Erst vor einigen Monaten wurde in Antwerpen der 46 Mann starken Gruppe „Sharia4Belgium“ der Prozess gemacht. Ihre Mitglieder hatten junge Menschen für den IS angeworben.

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