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Hintergrund : Die Skandale unter Präsident Blatter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Präsidentschaftswahl 1998:

Der damalige Fifa-Generalsekretär Joseph Blatter gewinnt die Präsidentschaftswahl gegen Uefa-Präsident Johansson kurz vor WM-Beginn in Frankreich. Bis heute stehen Vorwürfe über angebliche Zahlungen von je 50  000 Dollar an afrikanische Delegierte in einem Hotel im Raum, die Blatter zurückweist.

Der ISL-Skandal:

Blatters Präsidentschafts-Vorgänger Joao Havelange und dessen ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixera kassierten Millionen Schmiergeld für WM-Marketing-Deals mit dem später pleitegegangenen Vermarkter ISL. Blatter wurde von allen Verdächtigungen freigesprochen, obwohl er 1997 als Generalsekretär eine Zahlung an Havelange von 1,5 Millionen Schweizer Franken persönlich zurücküberwiesen und somit zumindest Kenntnis vom System hatte.

WM-Vergabe 2018 und 2022:

Schon vor der Doppel-Vergabe an Russland und Katar wurden zwei Fifa-Exekutivmitglieder wegen nachgewiesener Bestechlichkeit suspendiert. Die Vorwürfe gegen die beiden künftigen Gastgeber wurden schließlich aufwändig von der Fifa untersucht, aber von den Ethikhütern ohne maßgebliche Ergebnisse eingestellt. Der Generalverdacht wurde aber nie entkräftet. Vom damaligen Exekutivkomitee sind künftig wohl nur noch acht von damals 22 Mitgliedern im Gremium.

Die Präsidentschaftswahl 2011:

Lange schien es, als könne der Katarer Mohamed bin Hammam Blatter bei der Wahl 2011 tatsächlich gefährlich werden. Dann stolperte der Funktionär kurz vor der Abstimmung über konkrete Bestechungsvorwürfe aus der Karibik. Die 35 Stimmen aus der CONCACAF-Zone galten als entscheidend. Blatter hatte den Verbänden eine Million Dollar als offizielle Fifa-Zuwendung versprochen.

Bin Hammam versuchte es inoffiziell mit 40 000 Dollar pro Verband – und flog auf, weil ihn andere mittlerweile der Korruption überführte Funktionäre anschwärzten.

WM-Tickets:

Der Umgang mit von Millionen Fans begehrten WM-Tickets im Exekutivkomitee war schon häufig lax. Jack Warner trieb es 2006 auf die Spitze, als er die Vermarktung in seinem Heimatland Trinidad und Tobago übernahm. Sein Familienunternehmen strich 900 000 Dollar Provisionen ein. Die Fifa fand keine Verdachtsmomente gegen Warner, sondern nur gegen dessen Sohn. Warner senior kam mit einer Verwarnung davon. Warners Ex-Kollege Bhamjee aus Botswana wurde 2006 überführt, WM-Karten auf dem Schwarzmarkt verkauft zu haben. 2014 in Brasilien gab es Berichte über illegal veräußerte WM-Karten aus dem Besitz eines argentinischen Topfunktionärs.

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