Telepathie : Die mit Tieren spricht

Mithilfe von Telepathie ist es Melinda Weber möglich, sich mit Tieren zu unterhalten.
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Mithilfe von Telepathie ist es Melinda Weber möglich, sich mit Tieren zu unterhalten.

Manche lächeln, andere halten sie für eine Hexe, doch die meisten reagieren mit Neugier: Melinda Weber spricht mit Tieren – und kann den Menschen damit so einiges sagen.

svz.de von
05. Juli 2015, 09:00 Uhr

Meist sind es Frauen, die Melinda Weber um Hilfe bitten. Sie schicken der Angeliterin Fotos und bitten um dringende Hilfe. Sie ahnen, dass mit ihrem Tier irgendetwas nicht stimmt, aber nicht, wie sie dies in Erfahrung bringen sollen. Alles was sie wissen, ist, dass die Katze immer wieder auf das Sofa pinkelt, der Hund neuerdings nach dem Kind schnappt oder das Pferd nach ihnen ausschlägt. Oft ist der Anruf beziehungsweise die E-Mail an die 37-Jährige der letzte Versuch vor dem Entschluss, das Tier wegzugeben.

Per Telepathie Kontakt zum Tier
Denn was Melinda Weber macht, klingt unglaublich: Sie kommuniziert mit Tieren. Doch sie liest nicht aus deren Bewegungen wie es Pferde- oder Hundeflüsterer tun, sie tritt mit ihnen in einen direkten Dialog. Über Telepathie. Und die geht sogar so weit, dass die schlanke Frau mit den langen blonden Haaren das entsprechende Tier nicht einmal leibhaftig vor sich haben muss. Ein Foto reicht. Zur Not auch ein uraltes.

„Spätestens wenn die Leute das hören, fangen viele ungläubig an zu grinsen“, berichtet sie. „Darum sagen viele meiner Kolleginnen auch nicht offen, was sie beruflich machen. Sie haben wohl Angst, ausgelacht oder als Hexe verschrien zu werden.“ Für Melinda Weber aber ist es ebenso selbstverständlich, offen mit ihrer Arbeit umzugehen, wie es für sie selbstverständlich ist, mit Tieren zu kommunizieren. „Es ist auch gar nichts weiter dabei. Eigentlich kann das jeder, der Tiere für beseelte Wesen hält“, versichert sie. Um mit einem Tier zu sprechen, müsse man sich nur „innerlich leer“ machen und bereit sein zuzuhören. Ohne Vorurteile und vorgefertigte Meinungen. „Darum ist es auch einfacher, mit fremden Tieren zu kommunizieren als mit den eigenen. Bei denen hat man immer schon eine eigene Meinung, was so sein könnte.“ Außerdem solle man im Gespräch mit einem Tier nie „nicht“ oder „kein“ verwenden, also nicht sagen, was das Tier nicht soll, sondern was man von ihm möchte.

Mit zwei Katzen und einem Hund und fünf „arbeitslosen Brieftauben“ lebt die überzeugte Veganerin in einem weitläufigen Dorf an der Angeliter Ostseeküste. Seit 2006 spricht die gelernte Tierheilpraktikerin nun mit den Tieren. Damals ließ sie sich bei der Expertin in diesem Bereich, der US-Amerikanerin Penelope Smith, ausbilden. Ein Schlüsselerlebnis hatte sie auf diese Fährte gebracht: Über einen Fernsehbericht war die Tierfreundin auf diese Kommunikation aufmerksam geworden und nahm in Kiel mit ihrem damaligen Hund an einem Schnupperkurs teil. „Ich hielt das mehr für eine Werbeveranstaltung und war nicht so begeistert. Bis die Leiterin mir von meinem Hund die Frage ausrichten ließ, warum ich ihn damals weggeben habe.“ Dazu müsse man wissen, dass sie ihren Schäferhundmix eigentlich gar nicht selbst hatte haben wollte, sondern den Hund nur aus einer prekären Situation an andere Halter vermittelt hätte. Das habe aber nicht gut funktioniert und so sei das Tier am Ende doch bei ihr gelandet. „Aber das alles wusste die Frau nicht. Wie konnte sie mir also diese Fragen stellen, wenn sie nicht tatsächlich mit meinem Hund kommuniziert hat?“

Diesen Aha-Effekt ruft Melinda Weber mittlerweile selbst bei vielen Menschen hervor, die mit der Bitte um tierische Kommunikationshilfe zu ihr kommen. „Ich rate denen immer, auch persönliche Fragen zu stellen, die ich so gar nicht beantworten könnte. So merken sie am besten, dass ich nicht schummle.“ 90 Prozent ihres Geldes verdient die Kommunikatorin und Heilpraktikerin mittlerweile auf diese Weise. Ihre Kunden kommen aus ganz Deutschland und Österreich.

Hausbesuche macht die Angeliterin nur im Norden Schleswig-Holsteins. Die meisten ihrer Gesprächspartner trifft sie hingegen via Foto. „Ich brauche das, damit ich nicht versehentlich mit einem anderen Hund oder einer ähnlichen Katze Kontakt aufnehme“, erklärt sie. Sobald sie das Bild hat und die Fragen der Halter kennt, zieht die Kommunikatorin sich mit Stift, Foto und Zettel zurück. „Ich konzentriere mich ganz auf das Tier, verbanne alle anderen Gedanken aus meinem Kopf.“ Danach versuche sie, ein Gefühl für ihr tierisches Gegenüber zu bekommen, begrüße es und sage ihm, dass sie gerne mit ihm sprechen würde. Diese Kommunikation laufe allein im Kopf ab. Sie höre die Antworten der Tiere mit ihrer eigenen, menschlichen Stimme – und natürlich auf Deutsch, da dies ja ihre eigene Sprache sei. Was aber nicht bedeute, dass die Tiere in Deutschland Deutsch und in Dänemark Dänisch sprächen. „Das transformiert sich irgendwie. Wie genau das geht, weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass es geht.“

Die Schmerzen des Tieres selbst fühlen
Wenn das Tier hingegen krank sei, würde sie an der entsprechenden Stelle in ihrem eigenen Körper einen Schmerz verspüren. Überhaupt seien Krankheiten ein interessantes Thema. Denn die Tiere würden oft viel mehr von ihren Menschen mitbekommen, als diese glaubten. So würden sie sie auch häufig auf Krankheiten bei ihren Herrchen und Frauchen beziehungsweise in deren Familie hinweisen.

Auch das ist wohl ein Grund, warum so viele Menschen Melinda Weber erst einmal skeptisch begegnen. Vor allem die Männer. Darum sind es meist die Frauen, die Melinda Weber um Hilfe bitten. Bisweilen sogar heimlich.

Kontakt zu Melinda Weber: www.tierkommunikation-nord.de

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