Ärger um Karneval in Köln : Die „Hölle von Kölle“

So bitte nicht: Demonstranten in Köln.
So bitte nicht: Demonstranten in Köln.

Urin, Streit, Alkohol und Müll: Eine Karnevalshochburg hadert mit dem Karneval

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05. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der 11. November ist der traditionelle Auftakt für die Karnevalszeit, die in den kommenden Tagen mit Weiberfastnacht (8. Februar), Karnevalssonntag (11. Februar) und Rosenmontag (12. Februar) ihren Höhepunkt erreicht. Das Fest gehört in vielen Regionen Deutschlands zum festen Kulturgut, vor allem in Köln, einer Millionenstadt mit Konfetti in den Adern. Doch spätestens seit dem 11. November 2017 rumort es gewaltig in der Schunkel-Metropole.

Auslöser waren die überbordenden Exzesse an diesem Tag. Menschen betranken sich hemmungslos, pinkelten in großer Zahl in jede freie Ecke, erbrachen sich, hinterließen Müllberge oder lagen als Schnapsleiche dazwischen. Man könnte entgegnen: Das ist doch nix Neues. Aber viele Kölner sind der Meinung: So schlimm war es noch nie. Und es müsse sich ändern.

Auf der Suche nach den Gründen für die Eskalation am elften Elften gilt als Argument, dass der Tag auf einen Samstag fiel. Viele Leute hatten Zeit, viele wollten nach Köln. Aus Sicht des Psychologen Stephan Grünewald wirkte das zusammen mit einem allgemeinen Phänomen, dem Trend zum Draußenfeiern. Und warum ausgerechnet Köln? Nun, sagt Grünewald, es sei auffällig, dass sich die schlimmsten Exzesse an Stellen ereigneten, die „ziemlich verwahrlost“ gewesen seien. Vom öffentlichen Raum gehe dann „keine erzieherische Wirkung aus. Nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, uriniert es sich völlig ungeniert.“

Für den Rest der Republik dürfte es skurril wirken, dass Köln plötzlich mit seinem Karneval hadert. Grünewald wundert sich weniger. Gerade Köln sei sensibler geworden, und die Stadt wolle Stabilität.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sprach sich damals für einen „Runden Tisch“ mit Vertretern von Kölner Karneval, Stadtgesellschaft und Behörden aus, um die Zustände in den Griff zu kriegen. Herausgekommen sind mehr Sicherheitsmaßnahmen, mehr Absperrungen, mehr organisiertes Programm und neue Regeln für Bierbuden. Die Stadt baut zudem ihr Toilettenangebot auf rund 700 aus – vorher waren es 80.

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