Kirchentag in Berlin : Die große Obama-Show

In Plauderlaune: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ex-US-Präsident Barack Obama und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm (v.r..)
In Plauderlaune: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ex-US-Präsident Barack Obama und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm (v.r..)

Tragödien, Ausschlafen, Toleranz, Selbstzweifel: Wie der frühere US-Präsident beim Evangelischen Kirchentag über Gott und die Welt spricht.

svz.de von
25. Mai 2017, 20:45 Uhr

Da kommt er, der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Barack Obama strahlt, winkt dem Kirchentagspublikum in Berlin zu. „Ich liebe diese Stadt“, ruft er der Menge vor dem Brandenburger Tor zu. „Guten Tag“, sagt er in deutscher Sprache. „Welcome, Mr. President“ oder „Du bist ein Berliner“, steht auf den Transparenten der Obama-Fans vorne in der ersten Reihe. Zehntausende sind gekommen. Vier Monate nach Ende seiner Amtszeit wird der Gast in der deutschen Hauptstadt gefeiert wie ein Popstar. Es ist der größte Auftritt seit Ende seiner Amtszeit. An seiner Seite die Bundeskanzlerin, die er vertraut „Änschela“ nennt. 90 Minuten Gespräch über Gott und die Welt, den Wert der Demokratie, Krieg, Terrorgefahr, Flüchtlingsströme, Bildung und die Chancen der jungen Generation. Eine kurzweilige Debatte mit einigen kritischen Fragen.

Obama in Plauderlaune, spricht über den Abschied aus dem Weißen Haus und die Zeit danach. Der Abstecher nach Berlin – für Obama nur eine Zwischenstation auf der Suche nach einer neuen Rolle. Zuletzt hatte es von ihm vor allem Bilder vom Kitesurfen oder Trips auf Luxusyachten mit Tom Hanks und anderen US-Stars gegeben.

Obamas zentrale Botschaft in Berlin: „Wir müssen daran glauben, dass wir Dinge verbessern können.“ Und: „Jesus Christus war nur kurz auf der Erde, aber er hat die Welt verändert“, erinnert Obama. Deshalb sei es, gerade für junge Menschen wichtig, sich einzumischen und die Welt besser zu machen. Das kommt an beim Kirchentagspublikum. Der frühere US-Präsident, der sich im Weißen Haus jeden Morgen Meditationstexte und Bibelverse aufs Handy schicken ließ und als Sozialarbeiter in einer Gemeinde in Chicago zum Glauben fand, mit Merkel, der evangelischen Pfarrerstochter, auf einer Bühne – ideale Wahlkampfbilder für die Kanzlerin. Merkel und der Ex-Präsident spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Viele Sätze beginnt Obama mit „Wie Angela sagt…“

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