Terror in Manchester - Reaktionen aus Berlin : „Deutschland steht an Ihrer Seite“

Eine Frau betet gestern vor der St Ann's Kirche in Manchester
Eine Frau betet gestern vor der St Ann's Kirche in Manchester

Wie die deutsche Politik auf den Terror von Manchester reagiert. Entsetzen und Solidarität in Berlin

svz.de von
23. Mai 2017, 21:00 Uhr

„Deutschland steht an Ihrer Seite“: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sichert den Briten nach dem verheerenden Terroranschlag in Manchester die feste Solidarität Deutschlands zu. „Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen beizubringen“, zeigt die Kanzlerin ihre Erschütterung.

Der Terrorakt werde „unsere Entschlossenheit stärken, weiter gemeinsam mit unseren britischen Freunden gegen diejenigen vorzugehen, die solche menschenverachtenden Taten planen und ausführen“, erklärt Merkel.

Mit Entsetzen, Trauer, Solidarität gegenüber Großbritannien aber auch mit dem Willen, sich vor dem Terror nicht einschüchtern zu lassen, reagiert gestern das politische Berlin. „Den Mördern sei gesagt: Unsere Gesellschaft ist stärker als Euer Hass und Euer Wahn“, erklärt SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz gestern vor den Kameras. „Die tolerante Lebensweise unserer Gesellschaft, in der junge Menschen sich so verwirklichen können wie sie es wollen, werden wir verteidigen gegen all diejenigen, die glauben, sie mit Terror erschüttern zu können.“

Unbeugsamkeit gegenüber den Angreifern, aber zum Tagesgeschäft geht die Politik nicht gleich über: Merkel und der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagen aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen einen gemeinsamen Wahlkampfauftritt in einem Münchner Bierzelt ab. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte der britischen Königin Elizabeth II, sprach ihr „die tief empfundene Anteilnahme“ Deutschlands aus.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) nannte es eine „perfide Logik“, gerade Jugendliche und Kinder ins Fadenkreuz zu nehmen, das treffe „Mütter und Väter mitten ins Herz“. Auf Twitter schrieb der Vizekanzler: „Unsere Gedanken sind jetzt bei unseren britischen Freundinnen und Freunden. United we stand“ – wir stehen Seite an Seite.

Große Anteilnahme der Politik, aber in Berlin ist gestern auch ein gewisser Abstumpfungseffekt zu beobachten. War das Brandenburger Tor nach den Pariser Attacken in den Farben der Tricolore erstrahlt, verzichtete der Berliner Senat gestern auf diese Geste gegenüber Manchester, obwohl die Kriterien bei Terroranschlägen in Städten, mit denen sich Berlin besonders verbunden sieht, eine Beleuchtung ermöglichen würden. Strömten nach den Anschlägen in Paris und Nizza schnell viele Berliner vor der französischen Botschaft zusammen, um ihre Anteilnahme zu zeigen, so zogen vor der britischen Vertretung gestern nur Touristenkolonnen vorüber.

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