Trend : Der Weihnachtsbaum im Topf

Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Weihnachtsbäumen kaum nach, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Weihnachtsbäumen kaum nach, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Kein Wegwerfprodukt mehr: Immer häufiger werden Nordmanntanne und Co im Container angeboten.

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20. November 2017, 05:00 Uhr

Alle Jahre wieder erstrahlen zur Weihnachtszeit überall geschmückte Bäume in festlichem Glanz. Doch nicht immer müssen dafür Tannen, Fichten und Kiefern gefällt werden. Der Handel bietet auch eine Auswahl an Nadelbäumen, die in einem Topf wachsen. „Wer einen Weihnachtsbaum im Container kauft, hat einen doppelten Nutzen: Er kann ihn nach den Feiertagen in den Garten auspflanzen und ihn so erhalten“, erklärt Martin Sämann, Mitglied im Gremium Immergrüne und Koniferen im Bund deutscher Baumschulen (BdB).

Die Auswahl an Nadelgehölzen im Topf steht der an geschlagenen Bäumen kaum nach, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Neben Schwarzkiefer (Pinus nigra), Koreatanne (Abies koreana), Sibirische Fichte (Picea obovata), Koloradotanne (Abies concolor) und Edeltanne (Abies nobilis) gibt es laut Sämann auch die beliebtesten Weihnachtsbäume im Topf zu kaufen: die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) und die Blaufichte (Picea pungens).

Ebenfalls im Angebot, aber als weniger empfehlenswert gilt die Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana 'Conica'). „Die Zuckerhutfichte ist ein Ziergewächs für den Garten, drinnen werden Sie nur wenig Freude mit ihr haben“, sagt Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland.

Unabhängig davon, für welchen Nadelbaum im Topf man sich letztlich entscheidet: Bei der Größe muss man deutliche Abstriche machen. „Traditionell schmücken wir unser Wohnzimmer mit durchaus pompösen und imposanten Naturbäumen, die mindestens 175 Zentimeter groß sind. Weihnachtsbäume im Container sind in der Regel nur zwischen 80 und 130 Zentimetern hoch“, erläutert Oelkers.

Und beim Kauf gilt es, nicht nur auf die Ästhetik und einen schönen Wuchs zu achten. „Der Baum muss ordentlich im Topf stehen, und die Proportionen zwischen Topf und Pflanze müssen stimmen, damit sie nicht bei jedem Windstoß umfällt“, erklärt der Baumschuler Sämann.

Auch das Nadelkleid sollte man sich genauer ansehen: Braune, trockene Nadelspitzen seien kein gutes Zeichen.

Wichtigste Voraussetzung für ein Weiterleben ist ein gesundes Wurzelwerk. „Der Wurzelballen sollte schön und fest in sich gewachsen und nicht brüchig sein“, rät Marja Rottleb, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Empfehlenswert sind Bäume, die von klein auf in Containern gezogen oder von Baumschulen mehrfach fachgerecht umgetopft wurden. Von Nadelgehölzen, die ausgestochen wurden, sollte man besser die Finger lassen. Sie sind zwar oftmals günstiger im Preis, das Geld ist allerdings verschenkt: „Sobald seine Wurzeln verletzt wurden, ist ein Baum nicht mehr überlebensfähig“, so Rottleb. Darüber hinaus empfiehlt die Nabu-Expertin, auf die Herkunft des Baums zu achten. Er sollte nicht nur heimisch, sondern auch ökologisch angebaut worden sein, „damit man sich keine Pestizide ins Wohnzimmer holt“.

Da der Nadelbaum in der Vorweihnachtszeit in der Regel kühles Wetter gewohnt ist, ist es sinnvoll, ihn nicht sofort nach dem Kauf in das Wohnzimmer zu stellen. „Am besten akklimatisiert man ihn ein bis zwei Tage im Keller oder in der Garage“, rät Oelkers. Im Zimmer sollte der Baum einen hellen Standort bekommen. Gedüngt werden muss das Nadelgehölz nicht. Allerdings sollte es regelmäßig alle zwei bis drei Tage gegossen werden – am besten von unten über eine untergestellte Schale. Der Container sollte daher Löcher im Boden haben.

Anders als der geschnittene Baum sollte das Weihnachtssymbol im Topf nur wenige Tage im Zimmer stehen. Und das am besten möglichst kühl, damit er nicht antreibt und weiterwächst. „Je wärmer die Pflanze steht, umso mehr Stress bedeutet das für sie“, erklärt Sämann.

Schließlich muss sie nach dem Weihnachtsfest wieder nach draußen umziehen. Auch hier ist es ratsam, den Baum wieder ein bis zwei Tage lang zu akklimatisieren und den Wurzelballen anschließend gegen Frost zu schützen, damit er nicht durchfriert.

Trotz aller Bemühungen: Dass der Nadelbaum im Topf ein weiteres Weihnachtsfest erlebt – da sind die Gartenexperten eher skeptisch. „Wenn der Topf groß genug, das Substrat qualitativ gut ist und der Baum regelmäßig gewässert und gedüngt wird, ist es einen Versuch wert“, sagt Sämann. „Erfahrungsgemäß geht das aber nach hinten los.“ Daher wird der Baum am besten in den Boden gegeben, sobald dieser frostfrei ist. Allerdings sollte man ihn wirklich nur in den Garten setzen. „Die Bäume gelten als Gartenabfälle und dürfen nicht einfach so in die Landschaft gepflanzt werden. Das ist gesetzlich verboten“, betont Rottleb.

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